31/08/2019

SCHLEFAZ OVERKILL! + GEWINNSPIEL! – Im Interview mit Peter Rütten und Oliver Kalkofe

SchleFaZ

Heiliger Bimbam! 100 Jahre wird „SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten“ mit der neuen und bereits am 23. August gestarteten Staffel nun schon alt, ähm, nein, wir meinen natürlich 100 Folgen. Wie die Zeit vergeht! Einst als Nischenprodukt und Testballon auf TELE 5 gestartet, genießt das seit jeher von Oliver Kalkofe und Peter Rütten moderierte Spektakel nicht nur bei der eingeschworenen Fangemeinde schon längst Kultstatus. Neben den üblichen TV-Filmabenden gibt es mittlerweile auch immer mal wieder Live-Events und SchleFaZ-Merchandisingartikel wie zum Beispiel ein Cocktailbuch oder spezielle SchleFaZ-DVDs. Im hoch exklusiven Jubiläumsinterview mit Olli und Peter lassen die beiden in der DEADLINE die Hosen runter und die vergangenen 100 Folgen Revue passieren, geben intimste Geheimnisse preis und erläutern, was selbst ihnen als traumatisches Duo noch zu peinlich ist. Und da die beiden so viel von ihren schicksalhaften Erlebnissen zu berichten haben, gibt es online auf unserer Seite sogar noch eine Uncut-Version unseres Interviews obendrauf – perfekt für diejenigen, die von SchleFaZ nicht genug bekommen können.

 

Ausstrahlungstermine der neuen Staffel:

06.09.2019 DIE FLIEGENDEN FEUERSTÜHLE

13.09.2019 EVIL TOONS – FLOTTE TEENS IM GEISTERHAUS

20.09.2019 TOXIC AVENGER

27.09.2019 HAUSFRAUEN-REPORT 3

28.09.2019 —> Live-Aufzeichnung der Jubiläumsfolge vor 2.500 Leuten im Berliner Tempodrom

04.10.2019 LASERKILL – TODESSTRAHLEN AUS DEM ALL

11.10.2019 —> Folge 100: Überraschungsfilm

 

 

 

DEADLINE: Wie entstand die Idee zu SchleFaZ?

 

Peter Rütten: Der Gründungslegende nach waren das keine Geringeren als Oliver Kalkofe himself und der kühne TELE 5-Steuermann Kai Blasberg. Zuerst hatte Olli angeregt, doch nicht nur – wie ein anderer Privatsender – die besten Filme aller Zeiten im TELE 5-Bestand zu behaupten, sondern auch mal stolz und offen die schlechtesten Filme aller Zeiten aus dem reichen TMG-Fundus zu präsentieren. Ob beide dann gleichzeitig „SchleFaZ!“ gerufen haben oder Kai zunächst „Schle“ und Olli dann „FaZ“ oder umgekehrt, entzieht sich meiner Kenntnis. Sicher weiß ich nur, dass die Ur-Idee nicht von mir stammt. Und das ist, ganz objektiv gesehen, eine Schande.

 

Oliver Kalkofe: Alle Sender behaupten immer angeberisch, die tollsten Filme der ganzen Welt zu haben, dabei hat jeder noch viel mehr beschissene im Programm – die werden aber einfach verschämt verschwiegen. Dabei sind schlechte Filme wichtig, um die guten überhaupt erkennen und schätzen zu können, und alle Filmfans haben ihre zahlreichen Erfahrungen mit ihnen gemacht, aber niemand hilft ihnen für gewöhnlich dabei, die entstandenen Traumata zu verarbeiten. Deshalb damals mein Vorschlag, diese stolz als das zu präsentieren, was sie sind, und in ihrer natürlichen Scheißigkeit mit liebevoller Ironie zu umarmen. Allerdings klang das damals nach einer typischen Schnapsidee für einen kleinen Spaß im Sommer, und ich hätte niemals damit gerechnet, was für eine wundervolle und andauernde Geschichte daraus entstehen würde.

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DEADLINE: Wie kam es damals zu eurer Zusammenarbeit?

 

Rütten: Im Zuge der großen „TELE 5-Intelligenzoffensive“ von 2012 fiel dem Maître de MATTSCHEIBE auf, dass ich mit meinen Filmclip-Neu-Synchros für RÜTTENS BULLSHIT eine gewisse Affinität zum bzw. Kenntnis über den missratenen Film haben müsste. Daraufhin fragte Olli an, ob ich wohl Lust hätte, mit ihm gemeinsam „die schlechtesten Filme aller Zeiten“ zu sezieren und zu präsentieren. Ich hatte Lust, und die gegenseitige hohe Wertschätzung in Bezug auf unser bisheriges Comedy-Wirken brachte uns so auch endlich menschlich näher und führte zu einer der wohl intensivsten heterosexuellen Männer-Liebesgeschichten seit Marianne und Michael.

 

Kalkofe: Schöner hätte ich es auch nicht zusammenfassen können. Zu Beginn hatten wir beide auch noch keine Ahnung, ob und wie das funktionieren würde, aber von Anfang an hatten wir einen Riesenspaß an der Sache und merkten, wie gut wir miteinander funktionieren und harmonieren, und das ist im Grunde mit jeder Staffel nur leichter und schöner geworden.

 

 

DEADLINE: Wie werden die Filme für SchleFaZ ausgewählt?

 

Rütten: Hochsensibel. Mit Blick auf einen möglichst breiten Genremix pro Staffel. Von Olli und mir, von Senderredakteur Tonye S. und natürlich vom Schicksal selbst. Nicht immer kann man nämlich die Rechte von Titeln, die man heiß begehrt, auch für SchleFaZ einholen. Aber immer öfter. Im Rückblick haben wir jedenfalls deutlich mehr Wunschtitel im Körbchen als offene Wunschtitel auf dem Scheißfilmzettel.

 

Kalkofe: Anfangs mussten wir noch nehmen, was im Sender-Archiv vorhanden war, aber wir merkten sehr schnell, dass nicht jeder Scheißfilm ein würdiger SchleFaZ ist. Einfach nur schlecht reicht irgendwann nicht mehr, bei aller Scheißigkeit muss der Film auch irgendwie Spaß machen, und sei es nur durch seine alberne Absurdität oder den plakativen Dilettantismus. Deshalb suche ich inzwischen extrem intensiv, ich habe in den letzten Wochen und Monaten wirklich einige Hundert Top-Kackfilme recherchiert und organisiert und arbeite jetzt mühevoll Tag für Tag die riesigen Stapel ab. Übrigens eine oft sehr anstrengende Tätigkeit, das kann mit der Zeit wirklich an die Substanz gehen, irgendwann fühlt man die eigene Hirnschmelze. Aus der Liste der geeigneten Kandidaten erstellen wir dann eine möglichst bunte und abwechslungsreiche Wunschliste in Bezug auf Themen, Alter und Genres, und Tele 5 versucht, die Rechte zu bekommen.

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DEADLINE: Was macht gute schlechte Filme aus?

 

Kalkofe: Es gibt ja zwei grundsätzliche Kategorien von schlechten Filmen: einerseits die nach dem Motto „gewollt, aber nicht gekonnt“ und andererseits die absichtlich billig gedrehten Trash-Trümmer und Mockbuster wie z. B. von Asylum. Da versucht man meist nur, bewusst billig und schnell irgendwas herunterzukurbeln und mit reißerischen oder Blockbuster-kopierenden Titeln das Publikum zu täuschen. Die mögen wir nicht besonders, bekloppte Over-the-Top-Eigenkreationen wie SHARKNADO sind da schon die positive Ausnahme. Die ungewollt vergeigten Filme, wo einfach Talent, Können oder Geld fehlte, meist aber alles drei, haben oft eine Art naiven Charme, den man trotz aller Fehler schätzen und lieben kann.

 

Rütten: Einen guten SchleFaZ macht in der Regel die von Leidenschaft, Herzblut und Vision getragene Überzeugung aller relevanten, aber talentfreien Teilnehmer aus, einen guten Film zu machen. Einen wichtigen Film. Im Grunde die ewige, kindlich-unschuldige Ed-Wood-Prämisse. Die Poesie der völligen handwerklichen wie dramaturgischen Mittellosigkeit bei gleichzeitiger budgetärer Mittellosigkeit, gepaart mit grandioser Selbstüberschätzung und Entschlossenheit. Mit diesen Zutaten entstehen garantiert belichtete Großunfälle zum lange Liebhaben.

 

DEADLINE: Welchen Film hättet ihr gerne besprochen, dessen Rechte ihr dann aber nicht bekommen habt?

 

Kalkofe: Oh, da gibt es immer noch eine lange Liste, aber mit etwas Geduld erfüllen sich die Wünsche irgendwann. INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE, STAR CRASH, CAPTAIN AMERICA und nicht zuletzt PLAN 9 FROM OUTER SPACE – all diese Titel waren beispielsweise immer wieder nicht zu bekommen, weil sie zu teuer waren oder die Rechtelage unklar war, aber irgendwann hat es dann doch geklappt, weil Lizenzen ausliefen oder man sich einigen konnte. Aber es gibt immer noch einige Perlen, an die wir zurzeit leider nicht rankommen, z. B. HARD TICKET TO HAWAII, HAI-ALARM AUF MALLORCA, AGENT NICK FURY mit David Hasselhoff …

 

Rütten: Nicht zu vergessen den geheimnisumwobenen MR. BOOGIE mit dem jüngst wieder für Promi-Big-Brother aufgetauten Zlatko. Da haben die Rechteinhaber bedauerlicherweise immer noch zu ambitionierte Vorstellungen, und wir sagen halt: „Vielen herzlichen Dank, ihr Fotzköppe.“ Und leider auch HERKULES IN NEW YORK, mit dem blutjungen Arnold Schwarzenegger. Den müsste man aber unbedingt im englischen Originalton präsentieren, da der steirische Akzent des 1969 frisch in die USA eingereisten Arnie einfach unfassbar lustig ist. Da der ehemalige Gouverneur Kaliforniens aber keine TV-Ausstrahlungen des Streifens mehr erlaubt, bleibt das wohl leider ein feuchter SchleFaZ-Traum.

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DEADLINE: Sind euch von Produzenten oder anderen Menschen bereits Filme zu Werbezwecken aufgedrängt worden, die ihr dann in SchleFaZ besprechen solltet?

 

Rütten: Ja. Aber ich werde die Namen der „Ideen“-Spender hier nicht nennen.

 

Kalkofe: Das kenne ich ja schon aus KALKOFES MATTSCHEIBE: Irgendwann kommen die Verursacher der Kackhaufen selber und bitten darum, dass man sich doch auch über sie lustig macht, damit sie wenigstens berüchtigt werden, wenn schon nicht berühmt. Aber auf diesen gezielten Prominenz-Masochismus gehen wir im Grunde lieber nicht ein.

 

DEADLINE: Wie sorgt ihr dafür, dass SchleFaZ auch nach dem hundertsten Dreh noch frisch wirkt?

 

Rütten: Dadurch, dass wir jedes Mal wieder das Gefühl heraufbeschwören, es wäre unser erster Dreh. Und natürlich durch viel Sport, ausreichend Schlaf, reichlich Sex und wenig Alkohol.

 

Kalkofe: Wir müssen halt versuchen, uns gegenseitig genauso wie das Publikum immer wieder zu überraschen. Aber da jeder Film neue verrückte Vorlagen liefert und im besten Fall eine neue Genre-Tür öffnet, wird man ja auch immer wieder frisch herausgefordert. Das Geheimnis ist wahrscheinlich einfach, dass es uns beiden selbst so viel Spaß macht.

 

DEADLINE: In welchem SchleFaZ hättet ihr gerne mitgespielt und wieso – SHARKNADO und DER LETZTE LUDE mal außen vor gelassen?

 

Kalkofe: Ich wäre gern bei INVASION AUS DEM INNERN DER ERDE dabei gewesen, den hab ich wirklich als Kind im Kino gesehen und total geliebt. Da hätte ich gern als Monster mitgemacht, ebenso bei KING KONG GEGEN GODZILLA oder einem der bekloppten Superhelden-Kracher wie SUPERSONIC MAN, CAPTAIN AMERICA oder ARGOMAN.

Rütten: Da fällt mir jetzt spontan eigentlich nur STRIPPER VS. WEREWOLVES ein. Aber natürlich ausschließlich in einer prickelnd-sinnlichen Szene mit den brillanten Vampir-Darstellerinnen Lucy Pinder und Sabine Jemeljanova.

 

DEADLINE: Welches war euer aufwendigster Dreh?

 

Rütten: Von SHARKNADO 3 im fernen Florida abgesehen, würde ich studiomäßig mal schwer auf SHARKNADO 1, 2, 4, 5 und vor allem auf SHARKNADO 6 tippen. War ja im Grunde alles ein zusammenhängender Dreh.

 

Kalkofe: Ja, bei SHARKNADO 3–6 haben wir auch in den Studioteilen extrem aufgedreht und am Ende quasi eine eigene Sitcom in unseren Moderationen veranstaltet, mit Gaststars, Special Effects und eigenen Kulissen. Aber auch unsere Musikvideos zu MISTER DYNAMIT und COWBOYS VS ALIENS waren vom Aufwand her ziemlich heftig. Oft ahnt man aber auch gar nicht, wie schwierig und zeitaufwendig eine kleine Dreh-Idee am Ende wird, wie z. B. unsere Doppelkopf-Moderation bei DER MANN MIT DEN ZWEI KÖPFEN.

 

DEADLINE: Wie hat sich SchleFaZ innerhalb der 100 Folgen verändert?

 

Rütten: Fickende Hölle! Was für eine dämliche Frage! Wir sind halt immer besser geworden!

 

Kalkofe: Am Anfang haben wir noch hauptsächlich im Smoking kommentiert und uns langsam an das Format herangetastet, dann kamen passende Kostüme, von unserer fantastischen Regisseurin Jana die ersten visuellen Wagnisse, was wir mit immer wilderen Wünschen sehr schnell schamlos ausnutzten und immer mehr neue Spielereien ausprobierten. Vor allem sind nach anfänglichem spöttischen Ironisieren immer mehr der Respekt und die Liebe zum Film und Fernsehen an sich durchgedrungen. Auch wenn der Film schlecht ist, nutzen wir häufig die Chance, um einfach das Genre oder unsere persönlichen Helden zu feiern. Ich glaube, es gibt derzeit kein Format im deutschen Fernsehen, das sich – neben allem Spott – so liebevoll und ernsthaft begeistert mit dem Film, Kino und Fernsehen der Vergangenheit bis heute auseinandersetzt.

 




WEITER

SchleFaZ: Die schlechtesten Filme aller Zeiten auf TELE 5

 

 DEADLINE: An welche Momente erinnert ihr euch besonders gerne oder weniger gerne zurück?

 

Rütten: Neben dem SHARKNADO-Dreh in Orlando und dem schon legendären „Päter“-Moment im Studio bin ich auch ein großer Fan der Moderation zum ersten HENTAI KAMEN, als Olli in einer Passage statt „Subgenre“ immer wieder wie unter Zwang „Schuppschonre“ gesagt hat. Und als ich bei der Moderation zu KNIGHT RIDER 2000 gefühlte zwanzigmal am Begriff „kryogenische Inkarzeration“ gescheitert bin, war das ebenfalls ein unvergessener Lachflash. Wirklich unliebsame Erinnerungen hab ich tatsächlich keine.

 

Kalkofe: SHARKNADO 3 persönlich in Florida zu infiltrieren war sicherlich die Krönung, aber eigentlich entstehen bei jedem Dreh neue Highlights. Der schönste Moment ist für mich immer, wenn wir die ersten Ausschnitte zu sehen bekommen, vor allem die Szenen mit Special Effects, Songs oder Greenscreen-Aufnahmen, wo unsere Erwartungen fast jedes Mal übertroffen werden. Es ist schon wahnsinnig, was mit unseren doch vergleichsweise bescheidenen Mitteln oft für geile Momente herauskommen.

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DEADLINE: Welches Steigerungspotenzial hat SchleFaZ noch?

 

Rütten: Gegenfrage: Welches Steigerungspotenzial hat ein Roger Federer noch im Tennis? Gut, es gibt für SchleFaZ sicher noch etwas Luft nach oben, aber für mich im kaum messbaren Bereich.

 

Kalkofe: Die unendlichen Weiten des Scheißfilm-Universums kennen keine Grenzen, und wir dringen weiter mutig in Galaxien der Schwachsinnigkeit vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat … bzw. doch schon einige, aber noch nie so schön wie bei uns.

 

DEADLINE: Wird die Jubiläumsfolge besonders gefeiert, und wenn ja, wie?

 

Rütten: Allerdings. Und zwar, bis der Facharzt kommt! Die saftigen Einzelheiten hierzu überlasse ich angemessenerweise dem stolzen SchleFaZ-Schöpfer Oliver K.

 

Kalkofe: Wir zeigen diesmal keine fertige Produktion, sondern wollen zum ersten Mal eine komplette brandneue Folge live auf der Bühne in Berlin performen und aufzeichnen, mit 2.500 Leuten live im Publikum und jeder Menge Überraschungen! Zusätzlich gibt es drum herum ein richtiges Festivalprogramm mit Suchtpotenzial, FÜNF STERNE DE LUXE, Christian Steiffen und Bela B und Riesenparty danach – ich rechne mit nicht weniger als einem Jahrhundert-Event, quasi dem Woodstock der SchleFaZ-Generation.

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DEADLINE: In der neuen Staffel treffen wir auf Hausfrauen, das Weltall und den Kilimandscharo – ein ziemlich wilder Mix. Unter welchem Motto steht für euch die neue Staffel, und wie seht ihr diese im Vergleich zu den vorherigen, bzw. welche Veränderungen gibt es?

 

Rütten: Mit PLAN 9 AUS DEM WELTALL haben wir ja sozusagen endlich die Mutter respektive den Vater der SchleFaZ-DNA im Portfolio. Obwohl das bei Ed Wood nicht so eindeutig zuzuordnen ist. Aber das wird natürlich ein absoluter Ausnahme-Abend für die Bewegung.

Der sagenhafte TOXIC AVENGER und der nicht minder berüchtigte HAUSFRAUEN-REPORT 3 sind auch echte Scheißfilm-Schwergewichte – also kann das Motto nur heißen: So gut war schlecht noch nie!

 

Kalkofe: Mit Murksmovie-Ikone Ed Wood und dem 100-Event als Klammer könnte es ja kaum schöner sein. Motto: die beste Staffel aller Zeiten! BeStaZ bei SchleFaZ!

 

DEADLINE: Eure Kostüme der Sendung sind legendär – gibt es noch Dinge, die für euch zu albern oder peinlich sind, und wenn ja, welche?

 

Rütten: Nein, das kann ICH zumindest guten Gewissens ausschließen, da ICH für ein von Olli erstelltes Buch schon halb nackt durch Berlin und komplett nackt vor der Greenbox rumgetaumelt bin und dabei eine zähe, weiße Flüssigkeit erbrechen musste. In „meinen“ Folgen kann sich Olli dagegen immer sicher sein, dass der Schutz seiner Würde stets oberste Priorität hat und ich ihm allenfalls mal eine zwar tief gekränkte, aber zuckersüße Geisha abverlange.

 

Kalkofe: Bei Peters Kostümen gibt es natürlich auch einen gewissen Druck von außen, vor allem die weiblichen Zuschauer schmachten ja nach ihrem Sexy-Päter, da müssen wir nun mal auch an die Quoten denken. Würde ich die gleichen Sachen tragen, könnte ein Teil des Publikums erblinden. Daher bleibt Peter auch weiterhin für die Erotik zuständig – und ich verspreche, da haben wir längst noch nicht alles gesehen! Dranbleiben!

 

DEADLINE: Ihr habt das SchleFaZ-Universum durch Dinge wie ein Cocktailbuch oder SchleFaZ-Live-Events ja bereits enorm erweitert. Sind da noch weitere Dinge von euch zu erwarten?

 

Rütten: Also ich weiß nur, dass SchleFaZ-Hornhauthobel, SchleFaZ-Bettwäsche, SchleFaZ-Shampoo und SchleFaZ-Hausschluppen geplant sind. Bin ich da richtig informiert?

 

Kalkofe: Wir werden natürlich das komplette Influencer-Merchandising abspulen, als Nächstes kommen aber erst mal die SchleFaZ-Komplett-DVD-Edition von SHARKNADO 1–6 und ein wunderbares großes Buch, in dem wir mit vielen Fotos und Zitaten noch mal alle bisherigen 100 Filme Revue passieren lassen. Als Andenken und Erinnerung für die Fans, aber auch als wunderbarer Einstieg in die Scheißfilm-Welt für wagemutige Neuzuschauer.

 

DEADLINE: Könntet ihr euch vorstellen (natürlich in einem anderen Format), auch mal Streifen wie AVENGERS oder FACK JU GÖHTE zu besprechen?

 

Rütten: Wie sollte das Format wohl heißen? „Die bumsblödesten Blockbuster ever“? „Kolossale Kinoknaller zum Abkotzen“? Außerdem, bei AVENGERS versteht Olli als glühender Comic- und Superhelden-Liebhaber seit frühesten Kindertagen generell keinen Spaß. Und ich sehe da eigentlich auch keinen filmkritischen Ansatz außer dem Phänomen der Superhero-Kino-Inflation an sich. Bei FACK JU GÖTHE 1 und 2 würde ich aber durchaus zugreifen. Auch für SchleFaZ.

 

Kalkofe: Ja, ich gebe es zu, als Kind wollte ich wirklich Batman oder Spider-Man werden. Das scheiterte aber an mangelnden Schulkenntnissen, einem fehlenden Milliarden-Imperium und einer nicht existenten radioaktiv verstrahlten Spinne. Okay, in Sport war ich zudem auch nicht so die Granate. Aber auf die Filme des Marvel-Universums lasse ich deshalb wirklich nichts kommen, ich bin ein großer Bewunderer der Gesamtleistung, die da über elf Jahre und 22 Filme geschaffen wurde, das hat mein Fan-Herz sehr glücklich gemacht. Bei solchen Filmen kann man auch kaum sagen, dass sie ‚schlecht‘ sind – man mag sie oder mag sie nicht, wie auch TITANIC oder TWILIGHT. Millionen lieben sie, und Millionen hassen sie.

 

DEADLINE: Peter, welche Eigenschaft schätzt du besonders an Olli, und was nervt dich besonders an ihm?

 

Rütten: Olli ist sehr sauber, sehr geistreich, sehr fürsorglich, sehr witzig und warmherzig. Nerven tut mich an ihm eigentlich nur, dass er nicht raucht und bei gemeinsamen Interviews manchmal nicht mitkriegt, dass ich auch langsam mal wieder was sagen sollte.

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DEADLINE: Olli, was schätzt du besonders an Peter, und was nervt dich besonders an ihm?

 

Rütten: An Peter schätze ich einfach restlos alles, nerven tut mich eigentlich nur seine fast schon provozierende Perfektion.

 

Kalkofe: Peter liest meine Gedanken und kann Fragen an mich besser beantworten als ich selber. Außerdem ist er einer der liebsten und lustigsten Menschen, die ich kenne, riecht erotisch nach Rauch und schmutzt nicht. Es nervt mich nur, dass er mich in gemeinsamen Interviews nie zu Wort kommen lässt.

 

DEADLINE: Inwieweit seid ihr auch privat befreundet?

 

Rütten: In nicht ganz unerheblichem Maße. Auf Details möchte ich aber nicht eingehen, das würde viele Menschen nur verstören.

 

Kalkofe: Man könnte sagen, Winnetou und Old Shatterhand waren gegen uns höchstens mal gute Bekannte oder entfernte Facebook-Freunde.

 

DEADLINE: Kennt ihr euch bereits in- und auswendig, oder gibt es da manchmal noch Überraschungen?

 

Rütten: Das Einzige, was mich wirklich immer wieder überrascht, ist, dass ich Olli mittlerweile besser kenne als er sich selbst. Vermutlich gilt das aber auch umgekehrt.

 

Kalkofe: Auch wenn man denkt, man kennt schon alles, was der andere macht: Wenn ich die fertigen Folgen anschaue, bin ich immer wieder überrascht, wie herrlich Peter auf mich reagiert und wie lustig das oft an Stellen ist, wo ich gar nicht damit gerechnet habe.

 

DEADLINE: Wie lange möchtet ihr SchleFaZ noch machen?

 

Rütten: Bis zu meiner postmortalen Wiedergeburt als Oliver Kalkofe. Und dann geht’s ja eh noch mal eine ganze Ewigkeit weiter.

 

Kalkofe: Da ich durch genügend unserer Filme weiß, wie das geht, würde ich als wiederbelebter Peter im Kalk-Körper dann Peter wiederbeleben und ihn in seinen alten Zombie-Körper zurückschicken, damit er mich reanimieren oder meinen Seelen-Akku neu aufladen kann, wenn ich umkippe. So gesehen kann es also noch ewig weitergehen!

 

DEADLINE: Vielen Dank für das Gespräch und eure Zeit.

 

Interview geführt von Heiko Thiele

 

 

GEWINNSPIEL ZU SCHLEFAZ

 Für Verlose

 

In Kooperation mit TELE 5 veranstalten wir ein exklusives Gewinnspiel:

 

Wir vergeben 2x 2 VIP-Karten mit Sitzplätzen in den vorderen Reihen sowie den ganzen Tag Zugang zum VIP-Bereich mit Speis und Trank.

 

Darüber hinaus gibt es noch 5x 2 „normale” Tickets im Wert von jeweils knapp 50 Euro zu gewinnen.

 

Ihr müsst nichts anderes tun, als uns zu verraten, in wie vielen Filmen mit fliegenden Haien Oliver Kalkofe bereits mitgewirkt hat. Erreichen uns mehrere Einsendungen mit der korrekten messerscharfen Schlussfolgerung, so entscheidet das Los. Es wäre natürlich sinnig, wenn alle Teilnehmer auch wahrhaftig vorhätten, dem Event am 28. September im Berliner Tempodrom beizuwohnen.

 

Mailt uns die Antwort und eure Kontaktdaten bis zum 15. September mit dem Betreff „SchleFaZ“ an verlosungen@deadline-magazin.de – und mit etwas Glück seid ihr in Berlin dabei!

 

Wir drücken die Daumen!

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