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06/10/2017

Deadline präsentiert den Netzkino Film des Monats: Discopath

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Auf www.netzkino.de und dem Netzkino Youtube Channel könnt ihr Spielfilme, Serien und TV-Filme in voller Länge anschauen. Gemeinsam präsentieren wir euch im Oktober den grandios authentischen Old-school-Sleaze-Slasher DISCOPATH.

 

Über den Link gelangt ihr direkt zum Film:
DISCOPATH auf netzkino.de anschauen

DISCOPATH_LOVEFILM 

Regie: Renaud Gauthier / Kanada 2013 / 81 Min.
Darsteller: Jérémie Earp-Lavergne, Christian Paul, Sandrine Bisson, François Aubin
Produktion: Renaud Gauthier, Marie-Claire Lalonde

 

„Music makes him lose it“ – und wie: Seit Duane Lewis als Kind miterleben musste, wie sein Vater beim Do-it-yourself-Produzieren eines Songs in bester Darwin-Award-Manier ums Leben kam, reagiert er allergisch auf Musik. Vor allem, wenn es sich um Disco-Klänge handelt: Die machen ihn zum blutrünstigen Killer, der im Takt der theatralisch wummernden Bässe ein ums andere Mal hemmungslos zustechen muss. Saturday Night Slasher-Fever also – dem man im New York des Jahres 1976 kaum entgehen kann. Weshalb sich Duane auch bald inmitten des fröhlich fließenden Lebenssaftes von Rollergirl Valerie wiederfindet, die ihn eigentlich bloß zu einer heißen Nacht ins „Seventh Heaven“, den Ostküsten-Tanztempel Nr. 1, hatte ausführen wollen.

 

Mit der Polizei auf den Fersen flüchtet er nach Montreal und verdingt sich dort fortan als Hausmeister in einem katholischen Mädcheninternat. Sollte ja weit genug weg sein von allen fatalen musikalischen Verlockungen, oder? Um sicherzugehen, dass er nicht doch wieder ausrasten muss, hat er sich sogar ein selbst gebasteltes Nicht-Hör-Gerät ins Ohr gesteckt und spielt den Taubstummen. Aber wenn es auch inzwischen 1980 ist und John Travolta schweigt: KISS tun es noch lange nicht. Die singende klingende Sünde lauert selbst hier hinter jeder Ecke – die verebbende Disco-Welle ist nach wie vor groß genug, um in ein weiteres Blutbad überzuschwappen.

 

He was made for killing you, Baby! Natürlich ist die Story von DISCOPATH gaga, aber darum geht es nicht – oder in gewisser Hinsicht gerade doch:
 

Das per Crowdfunding co-finanzierte Langfilmdebüt des Frankokanadiers Renaud Gauthier nimmt sein Set-up um einen absurd monströs gezeichneten, grotesk „traumatisierten“, misogynen Psychopathen so (vordergründig) ernst, wie man das zuletzt in den genreprägenden Spät-70er-/Früh-80er-Slashern gesehen hat, die gleichermaßen dank ihrer atemberaubenden Brutalität wie dank ihrer ikonenhaft abseitigen Protagonisten für immer in unserer kollektiven Erinnerung bleiben werden.

 

DISCOPATH fühlt sich so unglaublich nach MANIAC oder NEW YORK RIPPER an, dass man kaum glauben kann, dass er erst 2013 in Kanada realisiert worden ist. Klar, Retro-Hommagen sind schwer angesagt, aber ich habe bis heute noch keine gesehen, die das Flair der Vergangenheit derart authentisch bis ins Detail atmet und derart stimmig geraten ist. Wofür übrigens keine gefakten, pseudo-historisierenden technischen Unzulänglichkeiten wie Tonaussetzer, Filmrisse oder Kratzer im Negativ benötigt werden: Akustisch wie visuell ist DISCOPATH makellos, wirkt aber dennoch wie geradewegs aus der goldenen Horrorvergangenheit ins Jetzt gebeamt. Sicher, verglichen mit den großen Vorbildern ist die Atmosphäre hier etwas weniger düster, Humor oder gar Ironie muss man jedoch dankenswerterweise außerhalb der Handlung suchen. Kein deplatzierter Comic Relief stört die selig VHS-nostalgische Stimmung, und für Fans derart speziellen Vergnügens ist das Ganze deshalb schlicht ein einziges Fest.

Discopath - Scene Photo

Aber auch alle anderen mit Hang zum Blutigen und Obskuren werden sich gut unterhalten fühlen. Wozu nicht zuletzt der Soundtrack seinen Teil beiträgt, der sowohl mit zeitgenössischen Hits etwa von den erwähnten KISS oder KC & The Sunshine Band auftrumpft als auch mit eigens komponierten funky Disco-Heulern. Diese wirken ebenso beeindruckend originalgetreu wie die sprung- und lückenhafte Narration sowie die teils arg hölzerne Inszenierung des Geschehens – welche die Sprache echter Kenntnis des Genres und seiner Standards sprechen.

Discopath - Scene Photo

Harte, handgemachte Gore-Eskapaden, die unter anderem überraschende neue Einsatzzwecke für Vinyl-Singles aufzeigen, dürfen da selbstverständlich ebenfalls nicht fehlen. Sie krönen diesen äußerst professionell und mit viel Liebe zum Detail umgesetzten Retro-Spaß, der nicht nur so tut als ob – sondern wirklich weiß, worauf es ankommt. Ganz groß! (Dominic Saxl)

 

Grandios authentischer Old-school-Sleaze-Slasher




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