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02/07/2019

WEEKEND OF FEAR 2019 – DER RÜCKBLICK

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WoF 2019 Plakat

Weekend of Fear, die 22., ist im Kasten! Die diesjährige Edition des Festivals war an Höhepunkten nicht gerade arm, wartete wieder mit zahlreichen Gästen auf und wurde, nach dem krankheitsbedingten Fehlen von Festivalleiter Mike Neun im letzten Jahr, wieder von der kompletten WoF-Mannschaft präsentiert.

Zwar war das Programm der 2019er-Ausgabe des WoF schon Wochen vor dem Festival in trockenen Tüchern, doch wie so oft kam im Vorfeld der Veranstaltung dann doch noch etwas Hektik auf, da nicht zu 100 Prozent klar war, ob auch wirklich alle angekündigten Premieren zum Festivaltermin fertiggestellt sein würden. Geklappt hat aber letztlich alles, kleinere technische Unpässlichkeiten gab es zwar, aber ganz ohne wäre es dann ja auch fast schon langweilig.

 Los ging’s mit der deutschen Premiere von ALIVE (USA 2018), einem ganz und gar vorzüglichen Horrorthriller, der neben Spannung und Härte auch mit einem Twist aufzuwarten wusste, den so sicherlich niemand auf der Rechnung hatte. Hoffentlich auch hierzulande bald auf DVD/BD erhältlich!

Alive
ALIVE

Jörg Buttgereit ist mit schöner Regelmäßigkeit zu Gast beim WoF. Heuer präsentierte er nicht nur die Aufzeichnung seines 2018er-Theaterstücks IM STUDIO HÖRT DICH NIEMAND SCHREIEN, sondern im Vorprogramm auch den Animationskurzfilm TOMORROW YOU’LL BE DIRT – die Quasifortsetzung von SCHRAMM, welche demnächst auch auf der SCHRAMM-Blu-ray des englischen Labels Arrow zu finden sein wird.

JB

Anschließend wurde es blutig. Zuerst in Form von ULTRAVIOLENCE (USA 2018), einem Kurzfilm, der seinem Namen alle Ehre macht, dann mit der Weltpremiere von Timo Roses THE CORPSE GRINDERS. Das Remake des Ted-V.-Mikels-Films wurde von Regisseur Rose, Produzent Nils Henftling und Schauspieler Anthony Straeger präsentiert.

Herr Neun - Herr Rose - Herr Straeger
Mike Neun, Timo Rose und Anthony Straeger

Danach gab es zur Geisterstunde in deutscher Premiere den norwegischen Thriller LYST, bevor der erste Festivaltag mit ordentlich Getöse in Form des indonesischen Frauenpower-Actionkrachers 10: THE SECRET MISSION endete.

Lyst Poster

Ausnahmsweise meinte es der Wettergott am zweiten Festivaltag einmal nicht gut mit dem WoF, weshalb das traditionelle Weekend of Beer vom Biergarten des E-Werks ins Innere verlegt werden musste. Der Stimmung tat dies freilich keinen Abbruch, und neben zahlreichen Fans fanden sich auch viele Filmschaffende zu der geselligen Runde ein.

Die vier lustigen Drei

Das offizielle Programm startete dann mit einer Comiclesung von Jörg Buttgereits CAPTAIN BERLIN. Wer 2017 bei der NEKROMATIK-Comiclesung anwesend war, wusste, dass hier Publikumsinteraktion angesagt ist, da sämtliche Rollen des auf die Leinwand projizierten Comics von „Freiwilligen“ aus dem Publikum gelesen wurden. Ein Heidenspaß!

 

Danach wurde es leider etwas traurig, denn mit SECRECY (BRD 2018) stand der letzte Film des 2017 viel zu früh verstorbenen Schauspielers Mika Metz auf dem Programm. Mika Metz war ein überaus freundlicher, zuvorkommender und bescheidener Mensch, der den WoF-Machern und dem WoF-Publikum immer in guter Erinnerung bleiben wird. R.I.P., Mika!

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Weiter ging’s mit der Vorpremiere des deutschen Kurzfilms TRAKT X. Drehbuchautorin/Schauspielerin Jessica Galinger präsentierte den harten Knastthriller zusammen mit ihrem Schauspielkollegen Uwe Choroba.

Uwe Choroba und Jessica Galinger
Uwe Choroba und Jessica Galinger

 

Im Anschluss war dann Zeitreise angesagt. Luciano Onetti entführte das WoF-Publikum mit ABRAKADABRA zurück ins Italien der 70er-Jahre und lieferte nach FRANCESCA (2015) eine weitere, sich in Sleaze und Blut suhlende Giallo-Hommage ab, an der Freunde des Genres nicht vorbeikönnen. Ganz groß!

ABRAKADABRA
ABRAKADABRA

 

Der Fun-Splatter-Schenkelklopfer HELSINKI MANSPLAINING MASSACRE lief schon im Kurzfilmprogramm zahlreicher Festivals, und weil er wirklich prima ist, gab’s ihn auch beim 2019er-WoF nochmals auf der großen Leinwand zu sehen. Danach folgte BEYOND FURY, der dritte und letzte Teil von Darren Wards Crime-Trilogie. Nach SUDDEN FURY (1997) und A DAY OF VIOLENCE (2010) präsentierte Ward zusammen mit den Schauspielern Nick Rendell und Anthony Straeger den Film in einer zu 95 Prozent fertigen Version (der eine oder andere Digitaleffekt fehlte noch). Und man kann sagen, dass der 115-minütige Actionkracher beim WoF-Publikum einschlug wie die sprichwörtliche Bombe!

Darren Ward, Moloch, Nick Rendell
Darren Ward, Moloch, Nick Rendell

Beyond Fury Poster

Das diesjährige Weekend of Fear endete mit der Todd-Sheets-Splattergranate CLOWNADO, gefolgt vom katalanischen Backwoods-Slasher SANT MARTI, welcher zu früher Morgenstunde die Aufmerksamkeit des Publikums nochmals vollends beanspruchte, da aufgrund einer technischen Panne der Film in seiner katalanischen Originalfassung OHNE englische Untertitel gezeigt wurde.

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Dank lustiger Erklärungen vom ebenfalls anwesenden OBSKURA-Filmfest-Veranstalter David Gahne, der den Film schon kannte, wussten aber dann auch die letzten Verbliebenen, worum es in dem Film ging.

Clownado

 

Das war es dann auch schon wieder mit dem Weekend of Fear 2019. Das Rennen um den Goldenen und Silbernen Glibb gewann die US-Produktion ALIVE ganz knapp vor BEYOND FURY. Den dritten Platz vereinnahmte 10: THE SECRET MISSION. Und ja, das Weekend of Fear #23 findet im kommenden Mai statt. Bis dahin! (Elmar Berger)