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07/06/2018

WEEKEND OF FEAR 2018 – DER RÜCKBLICK

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 20664080_10155365893200027_4730817163910084679_nEin Filmfestival zu veranstalten ist an und für sich eine spaßige Angelegenheit, die jedoch auch jede Menge Tücken in sich bergen kann. Filme kommen zu spät an, Festivalkopien weisen technische Mängel auf, anwesende Filmemacher sind voll wie die sprichwörtliche Strandhaubitze und, und, und. Hat es in der langjährigen Geschichte des WoF alles schon gegeben, aber irgendwie hat es trotzdem immer wieder geklappt, dem Publikum ein unterhaltsames Fest zu präsentieren. Nachdem das Programm des diesjährigen Weekends schon relativ frühzeitig stand, waren alle Beteiligten guter Dinge, doch wie heißt es so „schön“: Erstens kommt es anders, und Zweitens als man denkt …

DIE DREI VON DER WOF-TANKSTELLE
DIE DREI VON DER WOF-TANKSTELLE

Festivalleiter Mike Neun wurde am Montag vor dem Festival ins Krankenhaus eingeliefert, musste sich tags darauf einer langwierigen Operation unterziehen und fiel für das gesamte Festival aus. Somit war es an der übrigen WoF-Crew, die Show zu schmeißen und auch der 21. Ausgabe des Festivals zum Erfolg zu verhelfen. Man darf es vorwegnehmen, dieses Unterfangen ist, nicht zuletzt wegen zahlreicher interessanter Gäste und dem besten Festivalpublikum des Planeten, voll und ganz geglückt!

Wolfgang Büld 2
Wolfgang Büld

Eines der Highlights des Festivals war mit Sicherheit Regisseur Wolfgang Büld (MANTA, MANTA, GIB GAS – ICH WILL SPASS, PENETRATION ANGST, GO TRABI GO 2), der zur Weltpremiere seines Thrillers SEA OF LIES aus seiner Wahlheimat London angereist war. Büld, der mit seiner freundlichen, ruhigen Art so gar nicht ins mit Selbstdarstellern gespickte Filmgeschäft passen mag, entpuppte sich beim der Vorführung folgenden Q&A als wahrer Entertainer! Vollkommen unaufgeregt erzählte er von den zahlreichen Ups und Downs der Produktion und lieferte dabei eine Anekdote nach der anderen, die vom Publikum begeistert aufgenommen wurden. Das zeitliche Limit der Q&A-Session wurde dabei zwar deutlichst überschritten, aber genau für solche Momente besucht man schließlich ein Festival! SEA OF LIES kam übrigens beim Publikumsvoting zum besten Spielfilm des Festivals auf Platz 2. Wenn man schon einmal einen Mann wie Wolfgang Büld vor Ort hat, dann sollte man dessen filmisches Schaffen auch würdigen. Daher startete der zweite Tag des Festivals mit einem ihm gewidmeten Special, bei welchem zahlreiche Kurzfilme und Videoclips, vieles davon weltweit unveröffentlicht, gezeigt wurden. Dieser Out-of-Competition-Slot war für 16:00 Uhr am Samstagnachmittag angesetzt. Und trotz besten Biergartenwetters gab es beim WoF schon seit Jahren keine 16:00-Uhr-Vorstellung mehr, die derart gut besucht war! Natürlich folgte auch hier im Anschluss eine längere Frage-Antwort-Runde, bei welcher Büld wiederum die herrlichsten Anekdoten präsentierte. Kirchen, die nach Filmdrehs neu geweiht werden mussten, oder CSU-Bürgermeister, die wegen erteilter Drehgenehmigungen abgewählt wurden, bildeten dabei nur die Spitze des Eisbergs …

Wolfgang Büld 1
Wolfgang Büld

Die US-amerikanische Independentszene hatte mit Todd Sheets BONEHILL ROAD, Ron Bonks HOUSE SHARK, James Bickerts FRANKENSTEIN CREATED BIKERS, Stephen Biros SONG OF SOLOMON sowie der Horror-Anthologie HI-DEATH gleich 5 Eisen im WoF-Feuer! Thematisch ging es dabei einmal quer durch den Fantastik-Gemüsegarten, wobei hier sowohl klassische Themen wie Werwölfe und Exorzismus, aber auch herrlichster Mumpitz (HOUSE SHARK!!!) auf das Publikum losgelassen wurden. Sicher hat es dabei die eine oder andere Produktion in Sachen Laufzeit etwas zu gut gemeint – 2 Stunden Trash am Stück sind dann doch ziemlich „anspruchsvoll“ –, im Großen und Ganzen wurde aber auch hier für gute Festivalstimmung gesorgt.

Song of Solomon Poster

Bonehill Road Poster

Gleiches galt für die europäischen Beiträge. Mit ESCAPING THE DEAD und YOUR FLESH, YOUR CURSE waren gleich zwei Filme aus Dänemark am Start, wobei letztgenannter den dritten Platz in der Publikumswertung belegte. Schauspieler Kim Sonderholm und Regisseur Kasper Juhl präsentierten die beiden Filme und bestätigten dabei ganz nebenbei auch wieder, dass Menschen aus Skandinavien gerne und ausgiebig feiern.

KIM SONDERHOLM
Kim Sonderholm

BALLAD IN BLOOD von Altmeister Ruggero Deodato konnte leider nur in der englischsprachigen Version gezeigt werden, da der deutsche Vertrieb die Synchronfassung nicht rechtzeitg zum Festival liefern konnte. Im Spätsommer soll der Film hierzulande veröffentlicht werden, dann garantiert in deutscher Synchronisation.

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Mit TODO ACABA AL FINAL DEL DIA (zu Deutsch etwa ALLES ENDET AM ENDE DES TAGES) lief ein interessanter spanischer Beitrag auf dem Festival, der allerdings zu einem Zeitpunkt eingereicht wurde, als das Hauptprogramm schon längst in trockenen Tüchern war. Folgerichtig konnte der durchaus sehenswerte Film dann leider nur im kleinen Raum 2 gezeigt werden.

MANIA
MANIA

Fast schon traditionell kann man den Umstand nennen, dass beim Weekend of Fear die heimische Filmszene ausgiebig gewürdigt wird. Neben den eigentlichen Filmen hat es sich dabei über die Jahre hinweg etabliert, dass viele Filmschaffende, auch wenn keine aktuelle Produktion von ihnen beim Festival läuft, dennoch anreisen, um mit Kollegen und Gleichgesinnten zu fachsimpeln und neue Projekte anzustoßen. Und so glich der Biergarten des Erlanger E-Werks an beiden Tagen einem Who’s who des deutschen Independenthorrorkinos. Dass hierzulande hochwertige, den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauchende Filme produziert werden, belegte dann auch die Filmauswahl. Neben Rabauken-Trash wie MOORMONSTER 2 oder ZOMBIERCALYPSE gab es mit MANIA einen reinrassigen Backwoods-Slasher, kurzweilige Actionunterhaltung mit UNCUT POLICE 2 und Düster-Okkultes in ANTITHESE.

Andreas Rimkus und Uwe Choroba - UNCUT POLICE 2
Andreas Rimkus und Uwe Choroba – UNCUT POLICE 2

Jim Aal - ZOMBIERCALYPSE
Jim Aal – ZOMBIERCALYPSE

Besonders hervorzuheben sind an dieser Stelle allerdings der absolut hervorragende Animationsfilm 2ALIENS, welcher mit deutlichem Abstand die Kurzfilmwertung des Festivals für sich entscheiden konnte und dabei das beste Ergebnis eingefahren hat, welches es bis dato beim WoF gab, sowie der mindestens genauso gelungene Serienkillerstreifen SCARS OF XAVIER von Kai Bogatzki, der international schon diverse Preise einheimsen konnte und dann auch beim WoF 2018 als Sieger in der Kategorie Spielfilm vom Platz ging.

Scars of Xavier Poster

Trotz Abwesenheit von Gründungsvater Mike Neun darf das Weekend of Fear 2018 somit als voller Erfolg gewertet werden, das belegen auch zahlreiche positive Stimmen aus dem Publikum. Und da nach dem Festival bekanntlich vor dem Festival ist, laufen aktuell bereits die ersten Vorbereitungen für die nächste Edition des WoF, welches im Mai 2019 dann hoffentlich wieder mit der gesamten Mannschaft über die Bühne gehen wird!

Elmar Berger

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