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28/05/2017

WEEKEND OF FEAR 2017 – DER RÜCKBLICK

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WoF2017_Poster

20 Jahre WEEKEND OF FEAR. Das ist ja schon mal eine Hausnummer! Ursprünglich wurde das Festival bereits 1989 ins Leben gerufen und müsste daher eigentlich schon sein 29-jähriges Jubiläum feiern. Da es allerdings ein paar Jahrgänge gab, in denen das Fest aus diversen Gründen nur eintägig abgehalten werden konnte, stellt 2017 dann doch die korrekte zwanzigste Wiederkehr des zweitägigen Festivals dar. Grund genug also zu feiern, und ja, gefeiert wurde am 5. & 6. Mai im fränkischen Erlangen!

 

Bevor der offizielle Startschuss zum wochenendlichen Filmmarathon fiel, wurde Festivalleiter Mike Neun für sein langjähriges kulturelles Schaffen der Ehrenbrief der Stadt Erlangen verliehen! Bürgermeister Dr. Florian Janik, der auch in den vergangenen Jahren schon das eine oder andere Mal beim WoF zu Gast war, würdigte in seiner unterhaltsamen Laudatio Neuns Engagement und outetet sich nebenbei als Fan von Peter Jacksons BRAINDEAD, Respekt!

 

Los ging es dann mit BESESSEN, einer Aufzeichnung des aktuellen Theaterstücks von Jörg Buttgereit, welcher eigens aus Berlin angereist war. Mittlerweile ist dieser Programmpunkt beim WoF ja schöne und exklusive Tradition, was nicht zuletzt am regen Publikumsinteresse liegt. Wie der Meister nach der Vorstellung erklärte, wird das WoF-Publikum jedoch 2018 leider nicht sein nächstes Theaterstück zu sehen bekommen, was rechtliche Gründe das neue Stück betreffend hat. Schade, BESESSEN, eine Aufarbeitung des DER EXORZIST-Stoffes, war wieder eine mehr als gelungene Arbeit.

Jörg Buttgereit und Mike Neun
Jörg Buttgereit und Mike Neun

Besessen

Mit ALCOHOLIST folgte der neue Film von Lucas Pavetto, welcher 2015 mit THE PERFECT HUSBAND den Preis für den besten Langfilm beim WoF abgestaubt hatte. Atmosphärisch ein sehr, sehr düsterer Film und definitiv keine Werbung für übermäßigen Alkoholgenuss.

 

Anschließend war es Zeit für den ersten deutschen Beitrag des diesjährigen Festivals. HI8 – RESURRECTIO, eine derbe Splattergranate, ist die Hochschul-Abschlussarbeit des jungen Regisseurs Stefan Sierecki, welcher mit seinen zwei Hauptdarstellern den Film präsentierte. Ein Film wie gemünzt auf das WoF, der beim Publikum dann auch bestens ankam.

Regisseur und Darsteller von Hi8 RESSURECTIO
Regisseur und Darsteller von Hi8 RESSURECTIO

Hi8
Hi8 RESSURECTIO

Mit PARASITES und SHE KILLS beschlossen zwei US-Produktionen den ersten Festivaltag. PARASITES von Chad Ferrin erinnert in Teilen an den John-Carpenter-Klassiker ESCAPE FROM NEW YORK, während Ron Bonks SHE KILLS das Grindhouse-Kino in vollsten Zügen zelebriert und das Publikum auch in frühen Morgenstunden noch bei Laune hielt.

Officers (Eddie Kehler and Saun T Benjamin) shooting an unarmed black college kid Marshal (Sean Samuels) in Chad Ferrin's film Parastites. © Photo by Silvia Spross
PARASITES

She Kills Poster

Parallel zu den Filmen im Kino bot das Programm in Raum 2 mit der Doku FREAKS UNCENSORED, dem spanischen Horrorthriller PARA ELISA und der Europapremiere des Director’s Cuts von Marcus Kochs 100 TEARS ebenfalls sehenswertes Augenfutter.

 

Nach einer kurzen Nacht präsentierte sich der WoF-Samstag von seiner besten Seite, Kaiserwetter! Natürlich wie geschaffen für das WEEKEND OF BEER. Und so versammelten sich bereits am frühen Nachmittag zahlreiche Besucher im Biergarten des E-Werks zum lockeren Plausch und dem einen oder anderen Kaltgetränk.

Weekend of Beer

 

 

Gegen 16.00 Uhr startete dann das Programm mit einem Novum, der NEKROMANTIK-Comiclesung von Jörg Buttgereit. Im Vorfeld tauchte öfters die Frage auf, wie man sich eine Comiclesung, noch dazu bei einem Filmfestival, vorzustellen hat. Nun, die einzelnen Seiten des NEKROMANTIK-Comics (von manchen auch Komik genannt …) wurden auf die Leinwand projiziert. „Freiwillige“ aus dem Publikum übernahmen die verschiedenen Rollen und lasen zusammen mit Buttgereit, der die eigentliche Story mit jeder Menge Hintergrundinfos und Anekdoten anreicherte, die Geschichte. Eine witzige und spannende  Angelegenheit, die beim Publikum auch entsprechend gut ankam.

Comiclesung 1
Comic-Lesung

Im Anschluss startete dann das Filmprogramm mit Stefan Schwenks Vampirepos MONTRAK. Der Film, der auf eine fast fünfjährige Produktionsphase zurückblicken kann, ist mit Sicherheit das Professionellste, was der deutsche Indie-Horrorfilm in den letzten Jahren hervorgebracht hat. Allerdings ist er in der auf dem WoF gezeigten Fassung auch ein gutes Stück zu lang, was sich nach Aussagen des Regisseurs vor der DVD/BD-Veröffentlichung noch ändern soll.

MONTRAK-Regisseur Stefan Schwenk
MONTRAK-Regisseur Stefan Schwenk

Montrak
MONTRAK

 

Weiter ging es mit FAGS IN THE FAST LANE, einer australischen Produktion, die durch den Ausfall von Timo Roses THE CORPSE GRINDERS noch kurzfristig ins Programm rutschte. Der sozial- und gesellschaftskritische Film prangert die missliche Lage des Proletariats zu Beginn der industriellen Revolution im südwestlichen Ostpreußen kurz nach dem Mittagessen an. NEIN! Natürlich nicht! F.I.T.F.L. ist ein Rock’n’Roll-Trashkracher, wie er im Buche steht! Für Tromafans absolutes Pflichtprogramm!

 

Mit Patrick Reas ENCLOSURE (aka ARBOR DEMON) gab es in der Folge dann wieder ernsthaftes Schauerkino, bevor das WoF-Publikum dann mit DREAMING PURPLE NEON von Splattermeister Todd Sheets noch mal eine gehörige Portion Grindhouse-Kino auf die Augen bekam. Den Abend beschloss schließlich mit Hiroshi Katagiris GEHENNA ein astreiner Horrorstreifen.

ENCLOSURE
ENCLOSURE

GEHENNA
GEHENNA

Auch am zweiten Tag des Festivals wusste das Programm im kleinen Raum 2 zu gefallen. So gab es dort mit O’APOSTOLO den wohl wunderschönsten Puppentrickfilm der letzten Jahre zu sehen, dessen Veröffentlichung auf dem Homevideosektor leider immer noch auf sich warten lässt. Mit GEORGE’S INTERVENTION kehrten die lebenden Toten auf die WoF-Leinwand zurück, und zum Paul-Naschy-Kracher THE BEAST AND THE MAGIC SWORD muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren.

 

In Sachen Langfilme war’s das dann auch. Doch wie üblich kommt auch der Kurzfilm beim WEEKEND OF FEAR nicht zu, äh, kurz. Ganz besonders gefielen dabei BLACK RING des türkischen Regisseurs Hasan Can Dagli, THE STRIPPER RIPPER von Evan Makrogiannis, der auch auf der von Troma veröffentlichten Anthologie GRINDSPLOITATION zu finden ist, und Christian Kreils AMOR KILLT! Letzterer gewann dann auch den Publikumspreis für den besten Kurzfilm. Vollkommen zu Recht übrigens, und das obwohl der Regisseur das Urteilsvermögen des Publikums mit seinem Hypnoseblick beeinträchtigt hat!

AMOR KILLT-Regisseur Christian Kreil
AMOR KILLT-Regisseur Christian Kreil

Zum besten Langfilm wurde HI8 – RESURRECTIO gekürt, und somit kann die diesjährige Ausgabe des WEEKEND OF FEAR als voller Erfolg für die einheimischen Filmemacher verbucht werden. Zum Abschluss sei hier nochmals eine Lanze für das tolle Festivalpublikum gebrochen, welches dem WoF seit Jahren die Treue hält, teils aus den entlegensten Landstrichen der Republik anreist und das Festival so überhaupt erst möglich macht. Danke Leute, ihr rockt!

Preisverleihung
Bürgermeister Dr. Florian Janik bei der Preisverleihung

 

Here’s to the next 20 years. Wir sehen uns 2018! (Elmar Berger)

 

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