20/06/2014

THE LAST STAND Premiere

Seit 1988 folgte ich der „Karriere eines Bodybuilders”, wie Arnold Schwarzeneggers erste Biografie auch hieß. Ich sah damals RUNNING MAN im Kino, und es war um mich geschehen. Jahre später erst sollte diese Leidenschaft ein wenig abebben, als Arnold in die Politik ging, ein Bereich, der mich nur mäßig interessierte. Doch befasste man sich näher mit seinen Zielen, stellte man fest, dass es ihm ernst war, etwas zu bewegen und zu verändern. Nicht nur meiner Meinung nach stellte er eine nie zuvor dagewesene Brücke zwischen Republikanern und Demokraten dar, weil ihm in seinen sieben Jahren als Gouverneur von Kalifornien bei der Umsetzung seiner Ziele in erster Linie die Menschen wichtig waren und ihm weniger an politischen Fehden lag. Doch soll hier nichts unnötig breitgetreten werden, was man nicht schon anderswo und vor allem detaillierter hätte lesen können.

arni2

Mein Fansein ist nun nach Arnolds Rückkehr ins Filmgeschäft wieder voll entflammt. Ganze zehn Jahre, zuletzt mit TERMINATOR 3, hatte Schwarzenegger verstreichen lassen, in denen er keine Hauptrolle mehr bekleidete, bis er sich anschickte, mit THE LAST STAND sein Revival einzuläuten. Und wie! Zur Deutschland-, ja sogar Europapremiere (die Weltpremiere fand nur wenige Tage zuvor in Los Angeles statt) holte ihn Splendid Film nach Köln, wo er der Presse morgens für einen Photocall sowie eine Pressekonferenz zur Verfügung stand, um abends auf dem von Hunderten von Fans umlagerten Red-Carpet-Event im Kölner Residenz-Kino nebst Johnny Knoxville und Jaimie Alexander, die wir im Interview hatten, für die große Premiere aufzutreten.

arni3




WEITER

Geduldig gab er Interviews, hier und da ein paar Autogramme und ließ Blitzlichtgewitter über sich ergehen. Im Kino ließ er es sich auch nicht nehmen, eine sympathische Ansprache an das Publikum zu halten, dass er Deutschland und seine Fans liebe, da er ihnen viel zu verdanken habe. Ein imposanter Tag ging seinem Ende zu. Als krönenden Abschluss kann man es nur bezeichnen, dass THE LAST STAND auch über alle Erwartungen gut war; sogar sehr gut. Gar nicht bemüht komisch, sondern mit richtig erfrischenden Gags und den repräsentativen, trockenen One-Linern, mit einem Schwarzenegger in Top-Form, nicht ohne Selbstironie, aber ebensowenig überironisiert und mit überzeugender Mimik dargestellt. Ein Western im Gewand eines Action-Thrillers, mit zahllosen Verweisen auf vergangene Epochen, einem ebenso ans Westerngenre angelehnten Soundtrack, einer gehörigen Portion Gewalt sowie einem Schauspiel-Ensemble, das sich sehen lassen kann.

arni4

Besondere Erwähnung verdient Johnny Knoxville mit seiner abgefahrenen, an „Howling” Mad Murdoch erinnernden Performance, der für die meisten Lacher sorgte. Absolut und uneingeschränkt empfehlenswert, nicht nur für Schwarzenegger-Fans. Danke, Splendid!

 

 

Yazid Benfeghoul / Fotos: Leonhard Elias Lemke