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14/01/2019

DEADLINE präsentiert: Die MIDNIGHT MOVIES bei den BRITISH SHORTS

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Januar. Montag, der 14.
Das Jahr ist noch frisch, morgen stimmt das britische Parlament über das Brexit-Abkommen nach – und Berlin? Berlin ignoriert das einfach erstmal alles und wendet sich den guten Dingen zu, die aus dem Königreich kommen. Fünf Kinos halten ab Donnerstag den vereinten Jack hoch und den britischen Kurzfilm noch höher!

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Vom 17. bis 23. Januar 2019 ist es wieder soweit.
Die BRITISH SHORTS finden in Berlin statt, und in diesem Jahr machen sie das Dutzend voll:

Zum 12. Mal öffnen die inzwischen bekannten Spielstätten, wie etwa das legendäre Sputnik Kino in Kreuzberg, ihre Pforten für Kurzfilm-, Film-, Kunst- und Musikliebhaber. Gut 200 Filme stehen parat, aus allen Teilen des Kingdoms, um sich launig über die Genres hinweg zu lümmeln: Drama, Thrill, Comedy, Animation, Experimentelles und Musicclips – die BRITISH SHORTS bieten viel. Und dass uns dabei der düstere Part des Programms am meisten interessiert, dürfte nun wirklich niemanden sonderlich überraschen. Aber bleiben wir noch ein wenig ernst: Die Retrospektive der 12. Festival-Ausgabe widmet sich nämlich den Ursprüngen des British Social Realism im Film der 1950er bis 1960er Jahre, und es verwundert nicht, dass sich darin Parallelen zur jetzigen Situation in GB finden. Diskussionen nach Filmgenuss sind also quasi vorprogrammiert. Und natürlich auch sonst gern gesehen, sei es nun bei den kostenlosen Film-Workshops, dem 48-Stunden-Film-Projekt, den Open Screenings oder eben auch einfach so. Vor dem Kinoeingang. Oder auf den Partys. Oder nach den Konzerten, denn die BRITISH SHORTS haben auch diesmal in Sachen Rahmenprogramm nicht gekleckert.

 

Aber nun … Ein Blick auf die dunkle Seite der Insel.
Und der beginnt wie immer um 23:59 Uhr.
Samstags in Berlin. Wenn die MIDNIGHT MOVIES zum Schaudern bitten …

 

… und das tun sie gleich mit den ersten sechs Minuten Film: WAKE. Und dieses Aufwachen lässt nicht nur schaudern, sondern auch zufrieden grinsen. Warum? Kann man nicht sagen. Wird man sehen. DON’T GO DOWN TO WILDUR lässt dann wieder die Gänsehaut aufmarschieren, zwar nach etwas bekanntem Rezept, aber immer noch sehr effektiv: Chucks Bruder ist verschwunden, steckt wohl in diesem Haus, vor dem sich jeder gruselt. Etwa zu Recht? Ein Mobile und eine Kamera helfen gern weiter … bevor man in die gewalttätige Knete-Welt von Mr. Lee Hardcastle gerammt wird:

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CURTAINS ist unbestreitbar ein Highlight der Mitternachtshappen, entspringt der Serie SPOOK TRAIN und zeigt eine alte, gebrechliche Frau in einem Zimmer. Der Sohn kümmert sich liebevoll um sie, doch was ist das da vor dem Fenster? Ein Alptraum beginnt und endet in einem surrealen Blutrausch, inklusive äußerst perfidem Ende. Uff.

 

Entsprechend rauschhaft eingestimmt geht es gleich weiter zur Stephen-King-Adaption I AM THE DOORWAY. Mehrfach preisgekrönt, psychedelic as hell und das auch noch im Weltraum. Acid ist ein Dreck dagegen. Apropos Dinge sehen, die gar nicht da sind: In WHO’S THAT AT THE BACK OF THE BUS ist die Frage Programm und wird ebenso derb wie bizarr und tatsächlich auch irgendwie sehr lustig gelöst. Und wo wir dann schon mal bei den tierliebenden unter den britischen Filmemachern sind: CATCALLS liefert eine interessante Interpretation eines klassischen Horrors und zeigt was passiert, wenn man die falschen Mädels von der Seite anmacht.

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Expressiv wird’s dann beim TOXIC HAIRCUT, in dem etwas mehr als nur Haar geschnitten wird – genau die richtige Einstimmung auf RIGHT PLACE, WRONG TIM, der die billigen Catch-Phrases einer Sitcom völlig aus dem Ruden laufen lässt. In DEEP CLEAN ist der Name ebenfalls Programm, alles wird etwas ruhiger, schließlich ist da schon wieder eine Baustelle, auf der anscheinend niemand richtig arbeitet. Aber hinter dem Baustellen-Zelt sieht die Welt dann doch ganz anders aus …

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Weiter hinter Türen, die nur für bestimmte Menschen geöffnet werden, geht es in BAGHEAD, der ebenfalls einiges an Awards im Gepäck hat. Und das zu Recht. Auf den Punkt und in ya face, eigentlich eine Story über Missbrauch, aber so ganz anders als man es kennt. Danach lässt uns SALT durchs Haus stürzen, immer der Mutter hinterher, die ihr Kind vor dem Bösen schützen will, bevor eine andere Mutter viel zu spät nach Hause kommt und postapokalyptische Besucher hinter sich herzieht: ALL YOU CAN CARRY ist stimmungsvoller Endzeit-Horror, stark gespielt und auf leise Weise fatal.

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Etwas lauter wird’s dann wieder in dem frisch für den BAFTA nominierten THE BLUE DOOR, in dem mobile Pflege mehr fordert, als sich das GoT- Gemma Whelan hätte vorstellen können. Den Abschluss des Mitternachtsausflugs bildet wie fast immer Musik: Diesmal mit Blutlust und Boy Harschers FATE.

(Germaine Paulus)

 

 

Die MIDNIGHT MOVIES starten am 19. Januar
um 23.59 Uhr
im Sputnik Kino

 

Das vollständige Festivalprogramm und noch
mehr Infos findet ihr auf www.britishshorts.de.