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27/07/2015

Deadline im p(lausch): So war es beim Traffic Jam Open Air

Traffic Jam Festival

Am 17. und 18. Juli lockte erneut das Traffic Jam Open Air nach Dieburg. Die DEADLINE war als Partner dabei.

 

Das ehrenamtlich organisierte Traffic Jam ist ein kleines Festival in der Nähe von Darmstadt, das seit 1999 mehr oder weniger jährlich auf dem Verkehrsübungsplatz einer Fahrschule stattfindet . Wo einst nur ein Geburtstag mit Livemusik gefeiert werden sollte, spielten 2015 Bands wie SOULFLY, CALLEJON, LESS THAN JAKE, THE BLACK DHALIA MURDER, EMIL BULLS, LIONHEART, H2O, RANTANPLAN sowie eine Menge regionaler Lieblinge und Newcomer. Die Organisatoren geben sich Mühe, das merkt man. Und sie probieren immer wieder neue Dinge aus. Dieses Jahr war das etwa bargeldloses bezahlen via Geldkarte, die man mit dem gewünschten Guthaben aufladen konnte.

 

“Wir sind natürlich immer wieder stolz darauf, dass wir das Traffic Jam neben Job und Studium ehrenamtlich auf die Beine stellen”, sagt Christian Götzinger, der sich beim Festival um die Pressearbeit kümmert. “In diesem Jahr hatten wir wieder knapp 6.000 Besucher, die bei uns ordentlich abgefeiert haben und uns fast ausschließlich positives Feedback geben. Das ehrt uns natürlich und motiviert immer wieder die harte Arbeit fortzusetzen.”

 

Der Freitag steht neben der Musik ganz im Zeichen der Sonne, die gnandenlos vom Himmel brennt. Abgesehen von ambitionierten Moshpit-Piloten – davon gibt es einige auf dem Traffic Jam – suchen die meisten Besucher bis in den Nachmittag eher Schatten als einen Platz vor der Bühne. Das ändert sich mit dem Auftritt von LIONHEART aus Northern California, die sich mir ihrem druckvollen Hardcore viele neue Fans erspielt haben dürften. Erstmals voll wird es dannach bei den Belgiern von NASTY, die kurzfristig für ADEPT einspringen, und groovig das Publikum bearbeiten. Die Ska-Punker LESS THAN JAKE sorgen routiniert für gute Laune, feuern mit der Klopapierkanone in die Menge und reißen Witze über ihr Alter, so ganz will der Funke aber leider nicht auf das ganze Publikum überspringen. Nicht hart genug für das Traffic Jam? Dafür lassen es die EMIL BULLS, neben LIONHEART vielleicht die heimlichen Festivalgewinner, umso härter krachen und Headliner CALLEJON verabschieden sich nach gefeiertem Auftritt mit einem heftigen Wolkenbruch.

Auf die Sonne am Freitag folgt am Samstag immer wieder Regen. Die Stimmung fällt trotzdem nicht ins Wasser und  einige Festivalbesucher zieht es in die Schlammschlacht in der Pit. Auf dem Programm steht abgesehen von Chiptunes (MELTED MOON) zum Frühstück vor allem Hardcore. Die guten alten H2O mobilisieren dazu schon zur Mittagszeit eine ordentliche Masse vor der Bühne. Überhaupt ist Hardcore – am Samtag spielen unter anderem I AM REVENGE, SCHEISSE MINELLI, BROKEN TEETH! und 47 MILLION DOLLARS – ein Markenzeichen des Traffic Jam.

 

“Zu Beginn war es einfach die Musik, welche von den Gründern gehört und auch selbst gemacht wurde. Mit der Zeit hat sich dann immer mehr der Hardcore als Hauptzielgruppe herauskristallisiert, weil dies einfach verstärkt von den Besuchern angefragt wurde”, verrät uns Götzinger. “Im weiteren Umfeld liegen mehrere Festivals ähnlicher Größe, die aber alle eher ein größeres Musikspektrum bedienen. Wir haben uns daher für eine engere Richtung entschieden, die insgesamt vielleicht weniger Besucher anspricht, diesen aber dafür ein richtig geiles Paket liefert. Trotzdem versuchen wir in jedem Jahr auch zwischendurch anderes einzufügen, eben vor allem Ska und Punk.”

 

Ska gibt es dann noch einmal mit RANTANPLAN und danach einen tosenden Stilbruch, als die Death Metaller von THE BLACK DHALIA MURDER die Bühne betreten. Eine angenehme Abwechslung, die vom Publikum mit ausgiebigen Circles gefeiert wird. Tatsächlich hat aber ein Großteil der Festivalbesucher heute nur auf SOULFLY gewartet. Max Cavalera, dessen Haarpracht mittlerweile einen apokalyptischen Verfilzungsgrad angenommen hat, weiß was die Menge will, mischt neue mit alten und ganz alten (SEPULTURA) Songs und gröhlt sich in die Herzen der Fans. Ein bisschen weniger Schalalalala könnte er sich dennoch gönnen.

 

Zum Ende sieht man viele zufriedene Gesichter und darf optismistisch mit dem Traffic Jam in die Zukunft blicken.