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14/05/2016

X-MEN: APOCALYPSE

Regie: Bryan Singer / USA 2016 / 144 Min.

Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac, Sophie Turner, Nicholas Hoult, Evan Peter

Produktion: Simon Kinberg, Bryan Singer, Lauren Shuler Donner

Verleih: 20th Century Fox

Freigabe: FSK 12

Start: 19.05.2016

 

Dass Regisseur Bryan Singer nach X-MEN und X-MEN 2 bei dem dritten Teil des Franchises nicht mehr auf dem Regiestuhl Platz genommen hatte, machten viele Fans für das Scheitern bzw. die mangelnde Qualität des Films verantwortlich. Nach dem bei Fans und Kritikern durchgefallenen SUPERMAN RETURNS aus dem Jahre 2006 meldete sich der Amerikaner 2014 mit X-MEN: DAYS OF FUTURE PAST dann eindrucksvoll zurück im Genre der Comicverfilmungen. Viele sehen das bis heute als besten Film der Reihe an, und das völlig zu Recht. Umso größer waren bzw. sind die Erwartungen an das neue Installment der Mutantenriege um Professor Charles X. Xavier (James McAvoy), in dem es diesmal um die gesamte Welt und deren Zerstörung geht. In X-MEN: APOCALYPSE wacht nämlich der Ur-Mutant Apocalypse (Oscar Isaac) aus seinem „Tiefschlaf“ auf, um die Erde auf null zu setzen, zu „säubern“, und sie dann ausschließlich mit Mutanten zu einer besseren zu gestalten. Dazu schart er vier Begleiter um sich – und das Bild der vier apokalyptischen Reiter aus der Bibel wird vollständig. Oder hat die Bibel das etwa von Apocalypse? Das ist eine interessante Frage, auf die Singer hier aber leider nicht eingeht. Es bleibt aber auch kaum Zeit, schließlich wollen auch noch neue Mutanten wie Scott Summers aka Cyclopse oder Kurt Wagner aka Nightcrawler für Xaviers Schule eingeführt werden. Denn die haben natürlich gehörig etwas gegen diesen Plan.

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Und die Zeit dafür nehmen sich Singer und sein Schreiber-Team auch: Schritt für Schritt hakt X-MEN: APOCALYPSE seine Stationen – ähnlich wie in einem Comic – ab. Nach der Vorgeschichte von Apocalypse werden neue Mutanten eingeführt, danach gibt es einen Einblick in Magnetos neues Leben. Und als seine Tarnung auffliegt, bekommen wir die erste großartige und die wohl emotionalste Szene des Films zu sehen. Ein Unfall, der mit herben Verlusten für Eric (Michael Fassbender) endet, sorgt dafür, dass er sich als Magneto zurückmeldet. Als einer der mächtigsten Mutanten ist er wie geschaffen für das Team um Apocalypse, den wir auf seiner Rekrutierungsreise um die Welt begleiten dürfen. Die langsame und gleichzeitig stets lineare Erzählweise bremst den Film stellenweise aus. Wirklich lahm wirkt er bis zu diesem Zeitpunkt jedoch nur im direkten Vergleich mit seinen Vorgängern, und da besonders DAYS OF FUTURE PAST, der konstant unter Strom steht. Die Autoren haben besonders an den guten Figuren, aber auch an Apocalypse und Magneto einen Narren gefressen und gewähren ihnen viel Platz. Auf der Strecke bleiben dabei nur Storm und vor allem Psylocke (Olivia Munn), die hauptsächlich Eye-Candy ist – aber schmackhaftes. Es gibt immer wieder kleine und teils auch größere Highlights, die jedoch von repetitiven Dialogen unterbrochen werden.

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Insgesamt beschreibt sich der Film in einer Szene selbst sehr passend: Die jungen (noch nicht wieder) X-Men kommen aus dem Kino, nachdem sie sich RETURN OF THE JEDI angeschaut haben, und schon beginnt die Diskussion: EMPIRE STRIKES BACK sei aber der beste Teil der Trilogie, während ein anderes Argument die Bedeutung des ersten Teils hervorhebt. Mit dem habe schließlich alles begonnen. Jean Grey schließt die Szene ab mit den Worten: „Der dritte Teil ist halt immer der schwächste“. Diese Szene wäre umso lustiger und unterhaltender, wenn sie nicht so wahr wäre. Singer kann und sollte sich hinter dieser Metaaussage aber nicht verstecken und sich so einfach aus der Verantwortung stehlen.

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WEITER


Ja, X-MEN: APOCALYPSE ist der schwächste Beitrag der neuen Trilogie, so wie es auch X-MEN III zuvor bei der alten war. Das macht ihn aber angesichts der starken Vorgänger nicht zu einem schlechten Film. Trotzdem hätten alle Beteiligten ja etwas dagegen tun können/sollen und sich nicht dem „Schicksal des dritten Teils“ ergeben müssen. Das Hauptproblem liegt darin, dass die Konflikte – besonders zwischen Xavier und Magneto – zu bekannt sind. Auch Mystiques/Ravens (Jennifer Lawrence) Aussagen wiederholen sich, sodass sich bald gewisse Ermüdungserscheinungen im Franchise einschleichen – obwohl es hier um das große Ganze geht, denn schließlich steht das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel. Und dabei spielt es keine Rolle, dass andere Filme, wie die von Marvel/Disney, auf viel Krawumm und Selbstironie aus sind. Dem Film fehlt es an Frische, zudem wirkt er im Vergleich zu seinen Vorgängern, aber auch zu den diesjährigen Konkurrenten CIVIL WAR und DEADPOOL undynamisch. Vor allem die Kämpfe wirken trotz ihrer Epik unmotiviert und verhältnismäßig langweilig choreografiert. Aber auch der Humor bleibt zum Großteil auf der Strecke; die eingestreuten Aufmunterer animieren meist nur zum Schmunzeln und es mangelt ihnen oft an Timing.

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Showsteeler ist erneut Quicksilver, der hier glücklicherweise mehr Screentime erhält. Ihm gehört die nächste große Szene und wohl auch die lustigste: Bei einem „Angriff“ auf Xaviers Schule (dieses Gebäude muss echt einiges ertragen …) spielt er seine Superkraft (Schnelligkeit) aus und beginnt mit der unterhaltsamsten Rettungsaktion seit Langem auf der Leinwand. Für große Augen sorgt ebenfalls der heiß erwartete und im Trailer bereits angekündigte Auftritt von Hugh Jackman als …

 

SPOILER an dieser Stelle

Weapon X. Jawohl, (noch) nicht als Wolverine, aber als Weapon X – Comicleser wissen Bescheid.

SPOILER Ende

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Und in dieser kurzen Sequenz testet Fox mal ebenso die Grenzen des PG-13-Ratings aus.Eine der besten und blutigsten Kampfszenen in diesem Film, die man sich von dieser Figur schon in früheren Filmen gewünscht hat. Allerdings ist es schon bezeichnend, wenn die prägnantesten Szenen von Nebenfiguren bzw. Cameo-Auftritten bestritten werden. Das sind auch die einzig wirklich großen Überraschungen, das meiste andere fühlt sich so vertraut an, auch wenn mit Apocalypse der mächtigste Mutant bisher die Leinwand unsicher macht. Und Oscar Isaac ist sowieso eine sichere Bank, das ist unbestritten. Erhaben und passend theatralisch sowie bedeutungsschwanger trifft er bei jeder Zeile den richtigen Ton.

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So gut die Autoren auch die Themen Freundschaft, Selbstzweifel, Loyalität, Politik und Gottesfurcht/Glaube in den Dialogen verarbeiten. In den großen Kampfszenen muss sich X-MEN: APOCALYPSE eindeutig den anderen Comicverfilmungen aus diesem Jahr bisher, und da vor allem CIVIL WAR, geschlagen geben. Bryan Singer schafft es zwar erneut, die Mutanten-Regie unter einen Hut zu kriegen, doch es fehlt das gewisse Etwas, was die Vorgänger innehatten: Drive und ein ansprechendes Pacing. Es werden alle Sinne angesprochen, es ist sowohl Kino für den Kopf als auch für das Herz und das Auge, nur gerät es dieses Mal bedauerlicherweise etwas aus der Balance. Nichts wird zu 100 Prozent bedient, von allem ein bisschen, nur eben nicht mehr so mitreißend und trotz der Thematik und der Figuren nicht mehr so spannend. X-MEN: APOCALYPSE ist kein schlechter Film, jedoch „scheitern“ Singer und Fox in diesem Fall an der Messlatte, die sie selbst so hoch gelegt haben. Marvel-Fans bleiben natürlich sitzen und erfreuen sich an der Post-Credit-Szene, die einen großen und beliebten Bösewicht für die mögliche Zukunft des Trailers anteasert. (Manuel Magno)

 

Gut, aber aller guten Dinge sind nicht immer drei

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Trailer und mehr Infos:

http://www.deadline-magazin.de/im-finalen-trailer-zu-x-men-apocalypse-kommt-jemand-zu-besuch/