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25/07/2017

WISH UPON

Regie: John R. Leonetti / USA, Kanada 2017 / 90 Min.

Darsteller: Joey King, Ryan Phillippe, Ki Hong Lee, Mitchell Slaggert, Shannon Purser, Sydney Park, Elisabeth Röhm, Josephine Langford, Alexander Nunez

Produktion: Sherryl Clark

Freigabe: FSK 16

Verleih: splendid film

Start: 27.07.2017

 

„Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ – auf kaum einen trifft dieser Zuruf besser zu als auf John R. Leonetti, der für seine Kameraarbeit an CONJURING – DIE HEIMSUCHUNG regelrecht auf Händen getragen wurde. Das ging sogar so weit, dass James Wan ihm die Inszenierung des ersten Spin-offs ANNABELLE überließ. Doch wenn sich der gefragte Kameramann selbst auf den Regieposten begibt, findet die Kritik dafür allenfalls durchschnittliche Worte. Das gilt für sein Debüt BUTTERFLY EFFECT 2 ebenso wie für den in diesem Jahr erschienenen düsteren Thriller WOLVES AT THE DOOR. Der Film, der sich mit einem der legendären Manson-Morde befasste, lief hierzulande völlig unter dem Radar und erntete ein miserables Feedback vonseiten der Journalisten. Doch wie man an dem Teenie-Horrorfilm WISH UPON sehen kann, gibt Leonetti nicht auf. Das Gute daran: Indem er im Grunde ein derzeit schlafendes Subgenre wieder aufweckt, steht sein neuester Genrestreich ohne größere Konkurrenz da; dass ANNABELLE im Vergleich zu CONJURING nur verlieren konnte, lässt sich fast schon unter „Pech“ verbuchen. Das weniger Gute: WISH UPON ist mit Sicherheit kein starker Vertreter des aktuellen Horrorkinos, denn wo der 61-jährige Filmemacher hinter der Kamera immer wieder neue, aufregende Blickwinkel findet, um eine gruselige Geschichte zu erzählen, greift er ausschließlich auf bekannte Versatzstücke zurück, wenn er die Geschichte selbst arrangieren muss. Immerhin: Wer noch nie zuvor einen Horrorfilm gesehen hat, dem bietet der andernfalls eher als morbide Komödie durchgehende WISH UPON einen kurzweilig-spaßigen Einstieg ins Genre.

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Die 17-jährige Clare Shannon (Joey King) und ihre Freundinnen Meredith (Sydney Park) und June (Shannon Purser) haben es an der Highschool nicht leicht. Clares Vater (Ryan Phillippe) schenkt ihr eines Tages eine alte Spieluhr mit einer Inschrift, die besagt, dass für den Besitzer der Uhr alle Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Clare hat nichts zu verlieren und spricht ihren ersten Wunsch aus. Zu ihrer Überraschung erfüllt er sich! Kurze Zeit später besitzt sie alles, was sie sich jemals erhofft hat: Geld, Ansehen und ihren Traumprinzen. Alles scheint perfekt zu sein. Doch dann sterben die Menschen, die ihr am nächsten stehen, auf grausame Art und Weise. Clare hat Blut an ihren Händen und muss die Spieluhr loswerden, bevor sie selbst und alle, die sie liebt, den ultimativen Preis zahlen müssen.

An WISH UPON wirkt nichts selbst ausgedacht. Sämtliche Aspekte der Handlung hat man so oder so ähnlich schon mal woanders gesehen. Entsprechend wenig überrascht es dann auch, dass (und vor allem wie) sich die von Hauptfigur Clare ausgesprochenen Wünsche schließlich gegen sie wenden; Drehbuchautorin Barbara Marshall (VIRAL) lässt ihre Hauptfigur nicht einfach nur ihre Wünsche aussprechen.

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Wenn sich Clare in die Arme ihres Schulschwarmes wünscht, spricht sie diese Hoffnung nicht einfach nur aus, sondern formuliert sie stattdessen so, dass der junge Mann doch am besten verrückt nach ihr werden möge – wohin das führt, hat nicht bloß der Genrekenner auf Anhieb durchschaut. Realistisch muten die verborgenen Sehnsüchte der Highschool-Schülerin immerhin schon an. Den heißesten Typen der Klasse daten, viel Geld haben und endlich beliebt sein – von der überzeugend agierenden Joey King (INDEPENDENCE DAY 2: WIEDERKEHR) vorgetragen, erhält man schon den Eindruck, dass sich eine junge Frau in ihrer Position gerade genau das wünschen würde, sollten ihr tatsächlich sieben Wünsche zur freien Verfügung offen stehen. Auch den moralischen Zwiespalt verkörpert King souverän. Auf der einen Seite kommt Clare in den Genuss von Dingen, die lange Zeit unerreichbar schienen, auf der anderen Seite kann sie die tödlichen Folgen ihres Handelns nicht leugnen. Zumindest für Zuschauer im Alter der Protagonistin ergibt sich hiermit ein echtes Dilemma und somit die Frage: Was würde ich tun?

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Bei WISH UPON spart der sichtbar um so wenig Blut wie möglich bemühte John R. Leonetti nicht an Kreativität, wenn es darum geht, Clares Umfeld nach und nach zu dezimieren. In den besten Momenten fühlt man sich an die zu Beginn der Nullerjahre so populäre FINAL DESTINATION-Reihe erinnert, in der ebenfalls Leute durch kuriose Unfälle ums Leben kamen. Ab und an kommt hier dann sogar John R. Leonettis geübter Blick für Details zum Tragen, wenn er den bevorstehenden Tod so inszeniert, dass man längere Zeit nicht weiß, ob das besagte Opfer etwa durch eine Gasexplosion, ein Küchengerät oder andere Umstände ums Leben kommen wird. Auch eine Szene, in welcher das Opfer selbst noch nicht feststeht und sowohl ein Mann beim Reifenwechsel als auch ein im Fahrstuhl eingeschlossener Teenager dran glauben könnten, entwickelt als insgesamt beste des gesamten Films eine ordentliche Spannung; wer sich daher an der per se doch recht makaberen Ausgangslage nicht stört, dürfte in WISH UPON also weniger einen ernst zu nehmenden Gruselfilm denn vielmehr einen schwarzhumorigen Teenie-Fantasyfilm erkennen – und an dem dann aber auch entsprechend Spaß haben. Genreeinsteiger und (jugendliche) Zuschauer, die ohnehin eher zartbesaitet sind, dürfen hier immerhin gern einen Blick riskieren. (Antje Wessels)

 

 

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