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08/05/2015

WEEKEND OF FEAR 2015 / 01. & 02. Mai / Erlangen, E-Werk

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Wow! Was für eine Show! Das Weekend of Fear 2015 ist Geschichte, aber rückblickend muss man sagen, dass es wohl eines der gelungensten Festivals der jüngeren WoF-Historie war! Der Publikumsandrang war enorm. So enorm, dass bei einigen Vorstellungen sogar Zuschauer in den Gängen standen. Ebenso enorm war die Anzahl der Filmschaffenden, die nach Erlangen kamen, um ihre Werke dem Publikum zu präsentieren. Selbst der Oberbürgermeister der fränkischen Metropole ließ es sich nicht nehmen, dem Festival einen Besuch abzustatten. Und das Programm bot einen Gang quer durch den Gemüsegarten des fantastischen Kinos, mit zahlreichen Highlights.

Da waren zunächst einmal die Kurzfilme. Es erstaunt immer wieder, welches Level an Professionalität und Qualität auf diesem Sektor herrscht. Natürlich trägt die Verfügbarkeit hochwertiger Filmtechnik zu erschwinglichen Preisen ihren Teil dazu bei, aber schauspielerische Leistungen und kreative Ideen kann man nicht kaufen, und gerade damit brillieren viele Produktionen. Im spanischen Film CARGOLS bekommen es Teenager mit einer Monsterschnecke (!) zu tun. Der 17-minütige Film weckt dabei Erinnerungen an Filme wie NIGHT OF THE CREEPS. Auch aus Spanien, aber gänzlich anders in der Thematik ist TANATOPRAXIA. Zwei Mädels versuchen, einem toten Patienten das Herz zu entnehmen, da der Vater eines der Mädchen dringend ein Spenderherz benötigt. Dumm nur, dass der Totgeglaubte plötzlich aufwacht … Auch Kim Sonderholm aus Dänemark schickte mit HARVEST einen Film zur Thematik „unfreiwillige Organspende“ ins Rennen um den Kurzfilmpreis. Im Gegensatz zur schwarzhumorigen spanischen Produktion kommt HARVEST allerdings als knallharte Splattergranate daher. Levi Smith, Regisseur der US-Produktion GRIMACE, nahm es mit der Definition des Wortes Kurzfilm sehr genau, sein Film über Aknebekämpfung hat eine Laufzeit von ziemlich genau einer Minute, inklusive Abspann, wohlgemerkt! Und auch eine deutsche Produktion war in Form von Christian Kreils düster-kontroversem Drama MAX MUSTERMANN – SUIZID COACH auf dem Festival vertreten.

MAX MUSTRMANN-Regisseur Christian Grell und Veranstalter Mike Neun
MAX MUSTERMANN-Regisseur Christian Grell und Veranstalter Mike Neun

Auch das Langfilmprogramm des diesjährigen Festivals konnte wieder mit zahlreichen Premieren überzeugen. Wie bereits im letzten Jahr gab es mit EINE ARME KREATUR ein gefilmtes Theaterstück von Jörg Buttgereit exklusiv und einmalig auf der Leinwand zu sehen. Die Vielfilmer-WG der Brandl-Geschwister ließ dann das MOORMONSTER auf das Publikum los – 60 Minuten hemmungslosester Trash!

Die Brandl-Geschwister (MOORMONSTER)
Die Brandl-Geschwister (MOORMONSTER)

 

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 Im spanischen Horrorfilm WAX muss ein Fotograf eine Nacht alleine in einem Wachsfigurenkabinett ausharren, ist dort aber nicht alleine! Und in deutscher Erstaufführung beförderte die US-Anthologie HI-8 das Publikum schließlich zurück in die 80er-Jahre und die glorreiche Zeit des Shot-on-Video-Horrors. Der italienische Genrefilm hat in den letzten Jahren ein gewisses Hinterbänklerdasein geführt, doch THE PERFECT HUSBAND wird das nun ändern. Der Film über ein Ehepaar, das ein paar Tage in einer Waldhütte verbringt, fängt zwar ganz gemächlich an, doch dann staubt es so gewaltig, dass man gar nicht mehr weiß, wo hinten und vorne ist! Gleiches gilt auch für 5 SEASONS, den neuen Film von Olaf Ittenbach, der samt Darstellern und Crew den Film in einem Work-in-Progress-Cut präsentierte.

Olaf Ittenbach
Olaf Ittenbach

Auch die Rohnstock-Brüder waren mit ihrem neuesten Werk THE CURSE OF DR. WOLFENSTEIN vor Ort, und man kann ihnen nur gratulieren, stellt der Film doch in allen Bereichen ihre bis dato beste Arbeit dar! Regisseur Jeremy Wooding war aus London zur deutschen Erstaufführung seines Werwolf-Westerns BLOOD MOON angereist. Genau wie die anderen anwesenden Filmemacher stand Wooding, der einige Jahre in Würzburg gelebt hat und ziemlich gut deutsch spricht, im Anschluss an die Vorführung dem interessierten Publikum Rede und Antwort. In den frühen Morgenstunden des Sonntags ballerte schließlich noch FPS des deutschen Nachwuchsfilmers Tom Lützelschwab über die Leinwand, bevor der letzte Vorhang fiel.

THE CURSE OF DR. WOLFENSTEIN-Crew
THE CURSE OF DR. WOLFENSTEIN-Crew

Mit Spannung wurde das Ergebnis des Publikumsvotings für den besten Kurz- und Langfilm erwartet. Nach Auszählung aller abgegebenen Stimmen konnten die Sieger am Montagvormittag auf der Festival-Homepage bekannt gegeben werden. And the winner is: TANATOPRAXIA heimste den Kurzfilmpreis ein, und THE PERFECT HUSBAND ergatterte die Langfilmtrophäe – eine gute Wahl! Gratulation!

BLOOD MOON-Regisseur Jeremy Wooding
BLOOD MOON-Regisseur Jeremy Wooding

Natürlich öffnet das Weekend of Fear auch im Mai 2016 wieder seine Pforten. Das Festival wird dann eine noch größere Auswahl an Filmen präsentieren können, da es ab dem kommenden Jahr über einen zusätzlichen Screeningraum verfügen wird. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen!

Elmar Berger

Web: http://www.weekend-of-fear.com/