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13/12/2016

STAR WARS: ROGUE ONE

 

(OT: ROGUE ONE: A STAR WARS STORY)

Regie: Gareth Edwards / USA 2016 / 133 Min.

Darsteller: Felicity Jones, Diego Luna, Ben Mendelsohn, Donnie Yen, Jiang Wen, Mads Mikkelsen, Alan Tudyk, Riz Ahmed, Forest Whitaker

Produktion: Kathleen Kennedy, John Knoll, Jason D. McGatlin, Simon Emanuel, Kiri Hart

Freigabe: FSK 12

Verleih: Walt Disney

Kinostart: 15.12.2016

 

Mit ROGUE ONE erwartet uns der erste Film im Kino, der unter der Rubrik A STAR WARS STORY subsumiert wird und nicht die bisherige STAR WARS-Saga vorantreibt, sondern als eigenständiger Film in diesem Universum situiert ist. Trotzdem steht ROGUE ONE in gewisser Weise in Verbindung zur bisherigen Saga, ergänzt diese aber um viele Figuren und neue Schauplätze. Protagonistin des Films ist die Einzelgängerin Jyn Erso (Felicity Jones), die mit einigen kriminellen Delikten in ihrer Vita aufwarten kann und dem Imperium ein Dorn im Auge ist. Für die Rebellen umMon Mothma (Genevieve O’Reilly) auf der anderen Seite hat sie einen hohen Nutzen, da es sich bei Jyn um die Tochter Galen Ersos (Mads Mikkelsen) – des Erbauers des Todessterns – handelt. Ziel ist es demnach, herauszufinden, was besagte Superwaffe kann, und in einem zweiten, durchaus wichtigeren Schritt, wie sie zerstört werden kann. Zur Erfüllung dieses wagemutigen Abenteuers stehen der Heroin Jyn der Captain Cassian Andor (Diego Luna) und dessen umprogrammierter Sicherheitsdroide K-2SO (Alan Tudyk) sowie der blinde Krieger Chirrut Imwe (Donnie Yen) und dessen Gefolgsmann Baze Malbus (Jiang Wen) zur Seite. Die imperialen Mächte versuchen auf der anderen Seite, den Todesstern alsbald einsatzbereit zu bekommen, um seine Zerstörungskraft zu testen. Dies sind die Weichen der Geschichte, die es im Detail im Kino zu erleben gilt.

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Auch wenn im Vorfeld groß propagiert wurde, dass mit den singulären Abenteuern der A Star Wars Story-Filme stilistisch neue Wege beschritten werden sollen, die das Universum um neue Facetten erweitern, muss ernüchternd festgestellt werden, dass ROGUE ONE wenig Neues bietet – dies muss per se aber erst mal nichts Schlechtes sein. Der dramaturgische Aufbau des Films folgt den Schemata der Heldenreise der bisherigen Star Wars-Episoden. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen Jyn und ihre Gefolgschaft verschiedene Planeten bereisen und dort Aufgaben erledigen. Weitere dramaturgische oder figurative Ähnlichkeiten sind ohne zu spoilern nur schwer zu benennen, und so darf sich jeder STAR WARS-Fan selbst detektivisch auf die Suche begeben.

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ROGUE ONE ist von Regisseur Gareth Edwards gedreht worden, der für seinen Independentfilm MONSTERS (USA 2010) Aufmerksamkeit erhielt und direkt danach mit dem Big-Budget-Projekt GODZILLA (USA 2014) betraut wurde. Sofern man Edwards eine eigenständige Handschrift seiner Filme zugestehen möchte, ließe sich diese nur schwer aus ROGUE ONE extrahieren. Rein stilistisch unterscheidet sich dieser kaum von den anderen Star Wars-Filmen. Markante Unterschiede bieten lediglich der Score und der anfängliche Schriftzug, der eben nicht Star Wars-like über die Leinwand rollt. Von den komödiantischen Elementen – für die sich größtenteils der Android K-2SO verantwortlich zeigt – bis hin zur Inszenierung der Actionszenen beschreitet ROGUE ONE keine neuen Wege. Auch die Martial-Arts-Choreografien mit Donnie Yen dienen in dem Film wohl vielmehr als Lichtschwertkampfersatz. Wenigstens werden seine kämpferischen Fähigkeiten im Ansatz genutzt, nicht wie die völlige Verschwendung von Iko Uwais und den THE RAID-Konsorten in STAR WARS – DAS ERWACHEN DER MACHT (USA 2015).

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Dies klingt jetzt alles nach erheblichen Kritikpunkten, doch auf der anderen Seite wird der Film wohl kaum einen STAR WARS-Fan wirklich verschrecken, weil er eben nur bedingt „neue Wege“ beschreitet. Eingangs wurde der Score von Michael Giacchino als Alleinstellungsmerkmal des Films genannt. Auch wenn hier mit teils neuartiger musikalischer Untermalung ein durchaus mutiger Schritt gewagt wurde, schafft es Giacchino immer wieder, die Brücke zu John Williams’ Score zu schlagen. Dies mag nicht an allen Stellen des Films gelungen sein. Doch in den wirklich wichtigen Szenen – die leider nicht genannt werden können – funktionieren die musikalischen Leitmotive hervorragend. ROGUE ONE haucht das Feeling der Saga ein, fügt sich gut in das bisherige Universum, bietet allerdings nur wenig Neues und Innovatives. So wird durch interessante neue Schauplätze gehetzt, kuriose Gestalten werden ohne Mehrwert vor die Kamera gesetzt und nur wenige neue figurative Aspekte etabliert. (Daniel Kotowksi)

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