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12/12/2017

STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI

(OT: STAR WARS – THE LAST JEDI)

Regie: Rian Johnson / USA 2017 / 152 Min.

Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Adam Driver, Carrie Fisher, Lupita Nyong’o, Andy Serkis, Mark Hamill, Domhnall Gleeson, Anthony Daniels, Peter Mayhew, Gwendoline Christie, Benico Del Toro, Jimmy Vee, Kelly Marie Tran, Laura Dern

Produktion: Kathleen Kennedy, J. J. Abrams

Freigabe: FSK 12

Verleih: Walt Disney Germany

Start: 14.12.2017

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„Failure is the best teacher“ („Misserfolg ist der beste Lehrer“), sagt ein – hier aus spoilertechnischen Gründen nicht namentlich genannter – Jedi in STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI, und genau das scheint auch das Motto der neuen Trilogie zu sein. Als wolle man die CGI-Totalbehandlung abzüglich jeglicher Tiefe (und der Jahrhundert-Fehlbesetzung Hayden Christensen) von EPISODE I–III für immer ungeschehen machen, ließ Disney bei den aktuellen Filmen Regisseure ran, die selbst aus der Fan-Generation der ersten KRIEG DER STERNE-Filme stammen. Bei STAR WARS – DAS ERWACHEN DER MACHT (unter der Regie von J. J. Abrams) ging man vor 2 Jahren, wie der „Spiegel“ richtig titulierte, auf „Nummer sicher“ und hielt sich vom Ablauf der Handlung sehr an den allerersten Film aus dem Jahr 1977: Verkannte Heldin auf Wüstenplanet startet in intergalaktisches Abenteuer und entdeckt dabei Jedi-Kräfte. Nun also der schwierige Mittelteil einer Trilogie, ohne eindeutigen Beginn und Ende, aber gerade der war bei den Originalen 1980 das große Meisterwerk.

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Rey (Daisy Ridley) hat Luke Skywalker (Mark Hamill) am Ende des letzten Teils ausfindig gemacht und bittet den einst großen Jedi-Meister um Hilfe beim Kampf der Rebellion gegen die Armee der „Ersten Ordnung“. Währenddessen sind die Rebellen unter der Führung von Prinzessin Leia (Carrie Fisher) auf der Flucht vor den Soldaten General Hux’ (Domhnall Gleeson), der dem Sith-Lord Snoke (digital: Andy Serkis) untersteht und sich um dessen Gunst mit Kylo Ren (Adam Driver) duelliert. Zum Glück haben die Rebellen aber mit dem waghalsigen Piloten Poe (Oscar Isaac) und dem übergelaufenen Stormtrooper Finn (John Boyega) zwei Helden in ihren Reihen, die tatkräftig mithelfen, das Fortbestehen der Rebellion zu sichern.

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Tatsächlich ist die Handlung von STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI nicht wirklich vielschichtiger als das, aber genau mit dieser Geradlinigkeit ist der Film spannend und unterhaltsam, wie man es von den letzten beiden Filmen (neben EPISODE VII war da ja noch der sehr gelungene Spin-off-Film STAR WARS: ROGUE ONE) auf hohem Niveau gewohnt ist. Bilder von intergalaktischen Kämpfen wechseln sich mit denen vom Jedi-Training ab, es werden neue Welten und neue Figuren eingeführt, ohne dass dies je überladen wirkt oder den Erzählfluss bremst.

 

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Hier ist es auffallend, dass STAR WARS das macht, was es schon immer getan hat: Menschen verschiedenster Ethnien verbünden sich mit Außerirdischen, sprechen in unterschiedlichsten Sprachen miteinander oder pflegen tiefe Freundschaften zu Robotern. Gerade in einer Zeit der neu errichteten Grenzen und Barrieren und mit einem Vollpfosten als mächtigsten Mann der Welt wird der Film damit in seiner Naivität nicht nur unabsichtlich politisch: Zum ersten Mal in einem STAR WARS-Film wird tatsächlich eine gesellschaftskritische Botschaft bewusst formuliert: In einem von Luxus und Glamour geprägten Ort, einer Art Monte Carlo der Galaxie, laben sich die Mächtigen an ihrem Reichtum, den sie durch ihren Waffenhandel sowohl mit dem Imperium als auch den Rebellen erhalten haben.

 

Ansonsten kann man in STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI auch eine gewisse Spiegelung von DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK erkennen: Jedi-Training an einem einsamen Ort mit Kackwetter, die Rebellion auf der Flucht, große Schlacht auf einem kalten Planeten mit den berüchtigten ATATs – Kampfläufern des Imperiums. Die spannende Frage ist eher, ob man 2017 auch denselben Mut zu waghalsigen Wendungen und Cliffhangern hat wie 1980.

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Die Antwort – ohne etwas vorwegnehmen zu wollen – ist jein, denn STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI haut einige clevere und waghalsige „Plot-Twists“ raus, ohne einen ganz großen zu riskieren. Gerade deswegen wirkt das Ende des Films in seiner Über-Überlegtheit etwas verfahren, hier wäre ein gewagter inhaltlicher Sprung ins kalte Wasser erfrischender gewesen.

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Dafür sorgt der, wie schon in EPISODE VII, sehr freche, aber nie respektlose Humor für zahlreiche Lacher, wie es dem Film unter der Regie von Rian Johnson (u. a. LOOPER und BREAKING BAD) auch an emotionalen Momenten nicht mangelt, die dem härtesten Sith-Lord das Pipi in die Augen treiben werden. Ähnlich verhielt es sich auch bei der Berliner Pressevorführung des Films: Die ansonsten für ihre eher arrogant-unterkühlten Reaktionen bekannte Journaille ließ sich sowohl zu Begeisterungsstürmen mit Spontanapplaus hinreißen, wie man in stillen Momenten auch das eine oder andere Schluchzen im Saal vernehmen konnte. Besser kann man das Kino-Erlebnis bei STAR WARS: EPISODE VIII – DIE LETZTEN JEDI nicht umschreiben. (Patrick Winkler)

 

Weiterhin voll auf Kurs im Weltall!

 

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