29/09/2017

PRESS PANEL ZU BLADE RUNNER 2049 IN BERLIN

Regisseur Denis Villeneuve, Ana de Armas, Ryan Gosling, Harrison Ford und Sylvia Hoeks

„WHAT’S HIS NAME?“ – PRESS PANEL ZU BLADE RUNNER 2049

 

BLADE RUNNER 2049 zählt ohne Zweifel zu den am heißesten erwarteten Werken des Kinojahres 2017. Um die Zeit bis zum Start am 5. Oktober ein bisschen zu verkürzen, wurden bereits drei Prequel-Kurzfilme im Netz präsentiert, welche die Lücken zwischen den Handlungen von BLADE RUNNER und dem Nachfolger füllen.
In der aktuellen DEADLINE #65 könnt ihr ein exklusives Interview mit Ryan Gosling lesen.

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Der 1982 von Ridley Scott in Szene gesetzte Sci-Fi-Klassiker basiert auf dem dystopischen Philip-K.-Dick-Roman TRÄUMEN ANDROIDEN VON ELEKTRISCHEN SCHAFEN? und spielt im Jahre 2019. Mit seinem finsteren Look, seinem einnehmenden Soundtrack von Vangelis und seinem vielschichtigen, zu diversen Interpretationen einladenden Plot beeinflusste BLADE RUNNER das Genre nachhaltig. Was nun in BLADE RUNNER 2049 geschehen wird, soll bis zum Anlaufen des Films streng geheim bleiben. Während Scott als Executive Producer mit an Bord ist, hat der Frankokanadier Denis Villeneuve (ARRIVAL) die Regie übernommen; das Skript stammt von Hampton Fancher (der auch schon BLADE RUNNER mitverfasste) sowie von Michael Green (welcher unter anderem für das gute Drehbuch zu LOGAN verantwortlich zeichnet). Harrison Ford wird erfreulicherweise abermals als Replikantenjäger Rick Deckard in Erscheinung treten; an seiner Seite wird Ryan Gosling als LAPD-Officer „K“ agieren.

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Am 18. September 2017 nahmen Villeneuve, Ford, Gosling, die weiblichen Co-Stars Ana de Armas und Sylvia Hoeks sowie die beiden Produzenten Andrew A. Kosove und Broderick Johnson an einem von Steven Gätjen moderierten Press Panel im Ballsaal des altehrwürdigen Hotel Adlon in Berlin teil. Dabei mussten sie zwangsläufig die schwierige Aufgabe bewältigen, „über den Film zu reden, ohne über den Film zu reden“ (wie Gätjen es zu Beginn auf den Punkt brachte) – und erwiesen sich alle zusammen als überaus souverän.

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WEITER

Da waren etwa die launig-humorvollen Antworten von Ford und dessen witzig-ironische Interaktion mit Gosling. Dass Gosling seit einiger Zeit zu den gefragtesten Schauspielern in Hollywood gehört, ist wohl unbestritten. Ford gab sich davon jedoch betont unbeeindruckt: Er habe wirklich gern einmal zusammenarbeiten wollen mit – wie war noch gleich sein Name? Brian? Die beiden Kollegen zogen diesen Spaß im Laufe des Panels erstaunlich konsequent durch und zeigten sich auch darüber hinaus äußerst sympathisch. Zu der Tatsache, dass er (wie auch bei STAR WARS und im Jahre 2020 erneut als Indiana Jones) in eine Rolle und in ein filmisches Universum zurückkehrt, meinte Ford, dass sich dennoch alles frisch angefühlt habe, da das Skript zu BLADE RUNNER 2049 bemerkenswert sei. Gosling bezeichnet das Werk als Charakterstudie, in welcher sämtliche Figuren (ob Mensch oder Replikant) isoliert seien. Als BLADE RUNNER das Licht der Leinwand erblickte, war Gosling gerade zwei Jahre alt; als Zwölfjähriger habe er den Film erstmals gesehen und ihn als „romantischen Albtraum“ empfunden. Villeneuve – so meint Gosling – habe diese reichhaltige Welt, die in BLADE RUNNER geschaffen werde, nun zu seiner ganz eigenen gemacht.

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De Armas und Hoeks berichteten unter anderem über den Casting-Prozess; so sprach Hoeks etwa mit dem großartigen „Tears in Rain“-Monolog von Rutger Hauer (als Replikant Roy Batty) vor. Verheißungsvoll waren die Erläuterungen von Villeneuve zu den Dreharbeiten – dass hierbei weitgehend auf die Verwendung von Greenscreen-Technik verzichtet wurde und stattdessen an richtigen Sets, in mühevoll ausgestatteten Räumen gedreht wurde. Das Schauspiel-Team habe, wie alle Anwesenden bestätigten, diese Vorgehensweise zu schätzen gewusst, um in die Lebenswelt der Figuren hineinfinden zu können. Diese Entscheidung sowie die Äußerungen der Panel-Mitglieder deuten auf jeden Fall darauf hin, dass BLADE RUNNER 2049 kein seelenloser CGI-Overkill, sondern vielmehr ein reizvoller Autorenfilm werden kann. Eine zutreffende Aussage machte in diesem Zusammenhang auch der Produzent Kosove: In den besten Sci-Fi-Geschichten gehe es nicht um die Zukunft – es gehe um die Gegenwart. Man darf also mit aktueller Relevanz rechnen. Einen sowohl für das Hier und Heute als auch für das Morgen extrem wichtigen Appell sprach Ford gegen Ende der Veranstaltung aus: Eine Zukunft sei für uns nur dann möglich, wenn wir zusammenhalten – statt Menschen aus welchen Gründen auch immer auszugrenzen und zu diskriminieren.

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Insgesamt gestaltete sich das Berliner Panel sehr unterhaltsam – und legte die Vermutung nahe, dass jede Vorfreude auf BLADE RUNNER 2049 absolut berechtigt ist. Wir sehen uns im Kino! (Andreas Köhnemann)