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01/11/2016

Deadline präsentiert den Netzkino Film des Monats: MODUS ANOMALI

MODUS ANOMALI

Auf www.netzkino.de und dem Netzkino Youtube Channel könnt ihr Spielfilme, Serien und TV-Filme in voller Länge anschauen. Gemeinsam präsentieren wir euch den indonesischen MODUS ANOMALI  als Film des Monats.

 

Über den Link gelangt ihr direkt zum Film:
MODUS ANOMALI auf netzkino.de anschauen

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Regie: Joko Anwar / Indonesien 2012 / 87 Min.
Darsteller: Rio Dewanto, Hannah Al Rashid, Aridh Tritama, Izzi Isman
Produktion: Sheila Timothy, Gadis Fajriani, Tia Hasibuan

 

Ein Tag im Wald. Die Vögel zwitschern, sonst ist alles ruhig. Plötzlich schreckt ein Mann aus dieser Idylle hoch. Er war lebendig begraben und kann sich an nichts erinnern. Weder an seinen Namen noch daran, wie er hierher gekommen ist. Hilflos stolpert er durch das Unterholz und stößt alsbald auf ein verlassenes Haus. Im Innern findet er eine Videokamera, sieht sich den dort eingelegten Film an und steht danach unter Schock: Auf dem Film ist zu sehen, wie ein vermummter Peiniger einer schwangeren Frau den Bauch aufschneidet. Sie verblutet auf dem Boden. Der Mann ohne Identität stellt die Kamera ab und dreht sich um. Hinter ihm liegt die Leiche der Frau, die gerade noch auf dem Video zu sehen war. Der Mann flüchtet aus dem Haus zurück in den Wald, weg von einem mysteriösen Killer, der mit Pfeil und Bogen bewaffnet Jagd auf ihn macht. Durch den Fund eines Fotos glaubt er schließlich, dass es seine Frau ist, die tot in der Hütte liegt. Von seinen zwei Kindern, die auch auf dem Bild zu sehen sind, fehlt indes jede Spur. Der Mann macht sich auf die Suche und findet am Ende kein Glück und keine Erlösung, dafür aber Antworten, die nur schwer zu ertragen sind.
 

Der junge indonesische Regisseur und Drehbuchautor Joko Anwar ist bekannt für Filme, die brisante Themen wie Abtreibung, Geschlechterrollen oder Korruption behandeln, sich aber normalen Sehgewohnheiten und Erzählstrukturen entziehen. Anwars Geschichten sind Fragmente, mit allerlei Andeutungen wie Puzzlestücke gestreut, die man selbst zusammensetzen muss. Schräg, sonderbar, absolut. Vieles bleibt dabei im Dunkeln. Zum Glück. Denn gerade die Abgründe sind es, die diesen Filmen einen gewissen Sog verleihen, dem man sich nur schwer entziehen kann. Seine bisherigen Streifen wie KALA und THE FORBIDDEN DOOR waren visuelle Kunstwerke in berauschenden Farben. MODUS ANOMALI, der vierte Langfilm von Anwar, ist weder stylisch noch in satte Bilder getaucht. Trüb und gehetzt, unterstreicht der Look die Orientierungslosigkeit des Protagonisten. Auch als Kunstwerk kann man den in nur neun Tagen abgedrehten Thrill nicht bezeichnen, eher als einen Schlag ins Gesicht. Seine Faust packt MODUS ANOMALI dabei recht oft aus und haut kompromisslos zu. Auf dass das Blut schön spritzt.

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Der Twist ist dann so abgefahren, dass man erst mal im Geiste zurückdrehen muss, ob man auch alles richtig einordnen kann. Verstört hängt man dann vor dem TV und ist fast versucht, den Film ein zweites Mal anzuschauen. Besonders die Leistung von Rio Dewanto, der fast den ganzen Streifen alleine trägt, ist dann umso erstaunlicher. Ein bisschen herumstänkern muss man an MODUS ANOMALI aber dennoch. Es ist der erste Film, den Joko Anwar in Englisch drehen ließ, und das war eine wirklich saudumme Idee. Man merkt den Darstellern an, dass sie Probleme mit der Sprache haben, das drückt die ansonsten ziemlich authentische Stimmung (bis auf die Kotzszenen!) entsprechend runter. Gottlob sind die Dialoge alles in allem überschaubar, und es wird mehr durch den Wald gehechtet. Abgesehen von diesem kleinen Mangel ist es wieder mal erstaunlich, was der derzeit vielleicht innovativste indonesische Filmemacher da aus dem Hut gezaubert hat. Ein fesselndes Low-Budget-Ding, das sich wie seine Vorgängerfilme ins Gedächtnis einbrennt und doch noch mal so ganz anders ist. (Sarah Stutte)

 

Hoffentlich kommt da noch viel Großes!




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