10/08/2016

IM INTERVIEW MIT TERESA PALMER ZU LIGHTS OUT

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Die dreißigjährige Australierin Teresa Palmer wurde einem breiten Publikum durch ihr Mitwirken an der Zombie-Romanze WARM BODIES bekannt. Ihren ersten Auftritt in einem Genrefilm hatte sie allerdings bereits sieben Jahre zuvor in der hierzulande nur im Heimkino erschienenen Klassiker-Fortsetzung THE GRUDGE 2. Es folgten kleinere Nebenrollen in BEDTIME STORIES, DUELL DER MAGIER und ICH BIN NUMMER VIER. Mittlerweile hat sich die sympathische Blondine als vielseitige Aktrice bewiesen. Allein in diesem Jahr war sie im Kino in der Nicholas-Sparks-Romanze THE CHOICE, im Actionthriller TRIPLE 9 sowie im Extremsport-Remake POINT BREAK zu sehen. In LIGHTS OUT spielt sie die zweite weibliche Hauptrolle neben Maria Bello. In der DEADLINE #58 könnt ihr zur Titelstory LIGHTS OUT noch zwei Interviews mit Maria Bello und Regisseur David Sandberg lesen.

 

Vor drei Jahren hat David Sandberg den Kurzfilm LIGHTS OUT inszeniert. Kanntest du den Film, bevor du gefragt wurdest, ob du bei der Langfilmfassung mitwirken möchtest?

 

Nein, ich habe die Hintergründe zu dem Film erst im Nachhinein herausgefunden. Als ich ihn mir damals im Internet angeschaut habe, musste mein Mann außerdem Händchen halten. (lacht) Die Dunkelheit macht auch mir persönlich ein wenig Angst, und LIGHTS OUT ist einfach irre gruselig, obwohl er ja nicht einmal drei Minuten lang ist. Das ist schon sehr beeindruckend, und entsprechend angetan war ich natürlich von der Aussicht darauf, im Langfilm eine tragende Rolle spielen zu dürfen.

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Du bist im Privaten aber schon ein Horrorfilmfan, oder?

 

Ich liebe sie! Ich fand es schon als kleines Mädchen toll, mit meinen Freundinnen im Bett zu sitzen und Geistergeschichten zu erzählen. Ich hoffe auch, dass mein Sohn ein Horrorfilmfan wird, denn dann können wir uns gemeinsam Gruselfilme ansehen. (lacht)

 

LIGHTS OUT ist ja auch nicht der erste Horrorfilm, in dem du eine tragende Rolle spielst. Du hattest (Kurz-)Auftritte in WOLF CREEK, THE GRUDGE 2, und auch WARM BODIES war eine Art Horrorfilm. Was ist so faszinierend an dem Genre, dass es dich immer wieder dorthin zieht?

 

Das ist schwer zu sagen. Im Horrorfilm kann man einfach andere Geschichten erzählen als in manch anderen Genres. Oft sind sie mit einem sehr dramatischen Thema verbunden, erzählen von Familien und Familientragödien. So ist es in LIGHTS OUT ja auch. Das ist spannend zu sehen und ist mir schon bei meinem ersten Horrorprojekt THE GRUDGE 2 aufgefallen. Ich hatte einfach das Glück, mit einem guten Film ins Genre einzusteigen, sodass ich jetzt wohl nicht mehr davon lassen kann.

 

Es ist ja immer ein wenig was Besonderes, wenn große Hollywood-Stars in Genrefilmen mitspielen. Bei dir war es scheinbar überhaupt nicht schwer, dich vom Mitmachen zu überzeugen …

 

Das stimmt, es ist nicht einfach, namhafte Schauspieler für Horrorfilme zu begeistern. Dabei ist das Genre so attraktiv. Das Gleiche galt für mich auch in Bezug auf die Arbeit an LIGHTS OUT. Wir haben in L. A. gedreht, wo ich wohne. Ich konnte also nach der Arbeit immer zu meiner Familie und in mein eigenes Bett. Das war besonders für meinen Sohn super, denn der ist aktuell auch in einer Phase, wo er Angst im Dunkeln hat und seine Mama braucht. Das Skript zum Film ist wundervoll, die Geschichte ist knackig-kurzweilig, und gemischt mit der eigentlich so einfachen Idee „Was passiert im Dunkeln um uns herum?“ hat mich LIGHTS OUT einfach von Anfang an begeistert. Die Dreharbeiten selbst gingen dann sehr schnell.

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David Sandberg hat mir erzählt, dass ihm die Idee von LIGHTS OUT durch seine Erfahrungen mit Depressionen kam und mit der Dunkelheit, die ihn dabei umgab. Ist das etwas, womit du dich identifizieren kannst? Immerhin hat auch eine der wichtigsten Figuren im Film mit Depressionen zu kämpfen …

 

Ich persönlich hatte zwar nie mit Depressionen zu tun, aber Teilen meiner Familie ist diese Krankheit leider sehr bekannt. Daher war es auch für mich ein wenig einfacher, die Beweggründe der von dir genannten Figur nachzuvollziehen.

 

Ist es bei einem solchen Film eigentlich besonders schwierig, eine Grenze zwischen Privatleben und Arbeit zu ziehen, um sich davon nicht zu sehr herunterziehen zu lassen?

 

Ich versuche, alles hinter mir zu lassen, sobald ich nach Hause komme und die Tür hinter mir zumache. Das gelingt mir aber nicht immer. Gerade in meinen letzten beiden Filmen haben mich am Set und auch zu Hause meine Emotionen überwältigt. Bei LIGHTS OUT hat es hingegen sehr gut funktioniert, mich nach der Arbeit zu entspannen. Das hatte natürlich auch damit zu tun, dass ich nach dem Drehen nicht in ein Hotel musste, sondern wirklich nach Hause konnte. Aber diese Auseinandersetzung mit tiefen Gefühlen ist auch einer der Gründe, weshalb ich meinen Job so liebe. Es gibt kaum einen anderen Beruf, wo man sich so stark in die Gefühle anderer hineinversetzen darf.

 

Ich habe bereits mit Maria Bello über Alicia Vela-Bailey gesprochen, die den Dämon Diana spielt. Sie hat mir erzählt, dass es sehr lustig war, mit ihr am Set zu sein, weil sie ihren Kollegen in ihrer Maskerade immer mal wieder Streiche gespielt und sie erschreckt hat. Hat sie das bei dir auch gemacht?

 

(lacht) Oh ja! Und ich kenne Alicia auch schon sehr lange. Sie ist ein echter „Prankstar“ und kann die Stimmung am Set wirklich jedes Mal aufheitern. Ich musste nur meinen Sohn von ihr fernhalten, den ich ab und an zu den Dreharbeiten mitgenommen habe. Dem hat sie nämlich wirklich Angst gemacht. (lacht)

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Könntest du dir vorstellen, auch mal so etwas Böses zu spielen? Sei es nun ein böser Dämon, eine Killerin oder etwas anderes Fieses?

 

Tatsächlich habe ich so jemanden noch nie gespielt, es wäre sicher eine besondere Herausforderung, der ich per se nicht abgeneigt bin.

 

LIGHTS OUT war das erste richtige Filmprojekt für David Sandberg, der hier auch erstmalig mit internationalen Schauspielern zu tun hat. Hat man das am Set gemerkt?

 

Ich wusste es zwar, aber gemerkt haben wir das nicht. David ist eine sehr ruhige Person, die immer den Überblick behält. Er hat eine klare Vision, und die setzt er mit viel Selbstbewusstsein durch. Das sorgt für ein sehr angenehmes Arbeiten.

 

Interview geführt von Antje Wessels

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