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15/05/2017

Deadline präsentiert den Netzkino Film des Monats: JUNKIE

JUNKIE

Auf www.netzkino.de und dem Netzkino Youtube Channel könnt ihr Spielfilme, Serien und TV-Filme in voller Länge anschauen. Gemeinsam präsentieren wir euch den außergewöhnlicher Blutrausch JUNKIE.

 

Über den Link gelangt ihr direkt zum Film:
JUNKIE auf netzkino.de anschauen

 

Regie: Adam Mason / USA 2012 / 80 Min.
Darsteller: Robert LaSardo, Daniel Louis Rivas, Tomas Boykin, Andrew Howard, Tess Panzer
Produktion: Adam Mason, Danial Louis Rivas, Charisse Sanzo, Peter Stark, Tony Ward
Freigabe: FSK 18

 

Mit JUNKIE zeigt uns der britische Underground-Arthouse-Regisseur Adam Mason, was passiert wäre, wenn der Selbsthilfegruppen-Süchtige und sein Alter Ego Tyler Durden ihr heruntergekommenes Haus in der Paper Street nie verlassen hätten.

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Zwei komplett kaputte Brüder, die in den Ruinen eines verwahrlosten Prunkbaus ihr jämmerliches Dasein als Verlierer und Drogensüchtige fristen: Nicky (Robert LaSardo), von den Fußspitzen, die in schweren Springerstiefeln stecken, bis zum Hals, auf dem ein kahl rasierter Schädel mit tief liegenden Augen thront, tätowiert, gefällt sich in seiner Rolle als Süchtiger und will nur den nächsten Schuss, die nächste irre Nacht, den nächsten Fick. Sein Bruder Danny (Daniel Louis Rivas) hingegen ist schon auf einem völlig anderen Dampfer unterwegs. Er will endlich clean werden und sein Leben, in dem er nicht mehr an der Nadel, sondern nur mehr an seiner früheren Liebe Sonja hängen will, wieder auf die Reihe kriegen. Doch diesen respektablen Plan kann Nicky auf gar keinen Fall zulassen, denn schließlich sind die Drogen das Einzige, was die beiden noch miteinander verbindet. Unbarmherzig quält er Danny so lange, bis dieser ihren verrückten Haus-und-Hof-Dealer Otto (Tomas Boykin) mit seinem Zauberköfferchen zu sich bittet. Irritiert von Dannys merkwürdigem Verhalten gerät dieser bald so in Rage, dass Nicky nichts anderes übrig bleibt, als Otto kurzerhand ein Messer in den Kopf zu rammen. Doch das ist noch lange nicht des Dramas letzter Akt.
 

Angefixt von der Idee, dass das Blut des Dealers astreiner Stoff sein muss, schneidet Nicky ihm in der Badewanne die Kehle durch, um das Blut in Konservengläsern zu sammeln. Das sollte reichen, um die beiden zumindest über einige Monate hinweg ins unbeschwerte Land der Träume zu katapultieren. Doch sie haben die Rechnung ohne die wiederauferstandene Zombie-Dealer-Leiche, den nichtsnutzigen, widerlichen Vater und dessen neue Ehefrau, ein überschminktes, nymphomanisches Las-Vegas-Flittchen, gemacht.

 

Die Nähe zu seinem erfolgreichen Vorgänger FIGHT CLUB wird zwar schon nach den ersten zehn Minuten relativ ersichtlich, trotzdem schafft es der Film, überzeugend und eigenständig über die gesamte Länge einen Cold-Turkey-Trip der Extraklasse abzuliefern. Bereits die wundervoll roh komponierten Bilder der Eröffnungscredits (in Szene gesetzt vom britischen Exportschlager, der Kamerafrau Polly Morgan), untermalt vom orgiastischen Stöhnen einer jungen Frau und dem Gefühl wackelnder Wände, lassen einen schnell in die schräge Welt des Brüderpaares eindringen. Auf diese Weise hat Adam Mason schon mit THE DEVIL’S CHAIR und BLOOD RIVER sein außergewöhnliches Talent bewiesen, aus wenig Budget, Genrereflexion und handwerklich sauber ausgeführten Konzepten kleine Schocker-Juwele zu kreieren.

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Am Ende ist JUNKIE nicht so verstörend wie TRAINSPOTTING, nicht so hypnotisierend wie REQUIEM FOR A DREAM, aber trotzdem ein verdammt guter Genrezuwachs. Und was kann besser sein als eine Pokerrunde mit Charles Manson in orangefarbenen Gefängnisklamotten, drei seiner willigen Anhängerinnen und einem schwarzen Zombie-Dealer, der alleine russisch Roulette spielt? (Raffaela Schöbitz)

 

Außergewöhnlicher Blutrausch